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Humanismus

Vun Wikipedia
Michelangelo Buonarroti:
De Erschaffen vun Adam (Utsnitt)

Humanismus is en Weltanschauung, de up de Philosophie vun de Antike torüchgrippt un sück an de Interessen, den Werten un de Würde vun den eenzelnen Minschen richt. Toleranz, Gewaltfreeheit un Geweetensfreeheit gellen as wichtig humanistisch Prinzipien vun dat minschlich Tosommenleven. De eegentlichen Fragen vun den Humanismus sünd aber: „Wat is de Minsch? Wat is sien wohres Wesen? Wu kann de Minsch den Minschen en Minsch ween?“ Humanismus betekent de Gesamtheit vun de Ideen vun Minschlichkeit un dat Streven dornah, dat minschlich Dorween to verbetern. De Begreep leit sück af vun de latiensch Begreepen humanus (minschlich) un humanitas (Minschlichkeit). De Humanismus foot up folgen Grundövertüügen:[1]

  1. Dat Glück un Wohlergahn vun den eenzelnen Minschen un de Sellschop billen den hööchsten Wert, an de sück all Hanneln orienteeren sall.
  2. De Würde vun den Minschen, sien Persönlichkeit un sien Leven moot respekteert wurrn.
  3. De Minsch hett de Fähigkeit, sück to billen un wieder to entwickeln.
  4. De schöpperischen Kraften vun den Minschen söllt sück entfalten können.
  5. De minschliche Sellschop sall in en fortschreiten Höhgerentwickeln de Würde un Freeheit vun den eenzelnen Minschen sekerstellen.

De Humanität is de praktisch Ümsetten vun de Ideen vun den Humanismus.[2] Dorto hörrn de Güte, de Früendlichkeit un dat Mitgeföhl för de Schwächen vun de Minschen, sück sülvst inne un mächtig to wurrn un sück in den Mitminschen weer to finnen.

Epochen vun den Humanismus

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De Antike as Vörbild

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Platon in dat Pergamonmuseum

Humanistisch Denken is präägt dör den Rückgreep up dat antike Ideal vun en ethisch-kulturellen Hööchstentfaltung vun de minschlich Kräfte. Dorbi deen insbesünnere de greeksch Philosophie as Vörbild. Twee vun de fröh greekschen Philosophen sünd Heraklit un Protagoras. Dree vun de up hör torüchgahn Lehren luuten: panta rhei (all ströömt)“,[3] „Ut All Eens un ut Een All“[4] un „De Minsch is dat Maat vun all Dinge (panton chrematon)“[5]. Disse dree Utsagen hemm dat wiedere Denken nahhollend beinfloot. Se seggen, dat all en ewigen Wannel ünnerliggt (Lehre vun den Stroom vun all Dinge); togliek kann de Minsch de Eenheit in de Völfalt un de Völfalt in de Eenheit erkennen un sück sülvst as Deel vun en Ganzheit begriepen (Lehre vun de Einheit vun all Dinge); dat geev kein moralische oder gesetzliche Absolutheiten, un de Minsch as schöpferisch Wesen is dornah de hööchste Autorität in dat Universum, denn nich de Gödder sünd Born un Maat vun Gerechtigkeit un all anner (Lehre vun den Relativismus).[6]

In de tweet Hälft vun dat 5. Johrhunnert v. Chr. wurr in de Athener Demokratie all de Paideia entwickelt. Dorbi hannelt sück dat um dat Ideal vun en umfaaten geistigen un körperlichen Billen vun den Minschen. Dat is dat, wat en as sien Wesen bestimmend ut de Jöögd mitbringt. Disse minschlich Prägung wurr en gröttere Bedüüden bimeeten as de dör de Gebort erwurben Togehörigkeit.[7] De Karngedanke vun de Paideia bedraapt dorbi aber nich blots den Schoolünnerricht för Kinner, sonnern de Henwennen to'n Denken vun dat Maatgevende.

De olt delphische Spröök Gnothi seauton („Erkenn di sülvst“) bedüüd nich blots „Erkenn dien Nichtigkeit un denk doran, dat du en Minsch un kien Gott bist“, sonnern nah Ansicht vun eenig Philosophen ok „Erkenn dien wunnerbor Anlaag, dien hooch Bestimmen, dien Würde un dien Plicht“.[8] In' Sinn vun den delphischen Spröök hett Pindar dicht:

Zitat: In korte Tied wasst den Minschen
wat em högen deit; man so fallt dat ok to Eer.
[...]
Eendagswesen. Wat is een? Was is een nich? Droom vun en Schadden
De Minsch. Man wenn Glanz kummt, den Gott geven hett
Is en glinstern Licht up den Minschen un dat Leven is fründlich.|Pindar[9]

Apollon, de Gott vun Delphi, weer en Gott vun de bewusstmaken Wohrheit, vun dat Maat vun de binnere Ordnung un de Reinheit. He hett den Minschen, de he as en in Tiet bunnen un up den Dood hen entworfen Wesen ansnacken un an sien Grenzen erinnern dee, „den ihm zukommenden Ort […] in der großen Ordnung von Himmel und Erde“ anwiest[10] Blots de richtig orienteerte, geordnete un gerechte Minsch is to'n wohren Deenst an de Gottheit fähig. „Das Fromme ist ein Teil des Gerechten.“[11] Religio as geweetenhafte Beachtung vun dat, wat de Gottheit vun den Minschen will, teelt up de ethisch orienteerte Verwirklichung vun dat, wat dat Minschen-Gemäße is.

Den Homo-mensura-Satz vun den Protagoras hull Platon entgegen: „Das Maß aller Dinge sei der Gott.“[12] Eerst an dissen afsoluten Maatstaff wurrd de Minsch Bescheeden un human. Dat Höhlenglieknis vun Platon verdüütlicht den Upstieg to de Schau vun de Idee vun dat Goode. Dör dissen Upstieg wurrd de Minsch fähig, ut Insicht herut to hanneln. Ansonsten blifft sien Verhollen vun Vöroordeelen un Hannelnsroutinen programmeert un ist weder sülvstbestimmt noch free.[13] In de greeksch Antike wurr de Idee vun de Eenheit un Gliekheit vun de Minschen boren.[14] Dat bestunn en groot Vetrtruen in de kreativ Leistungen vun den Minschen un in sien Fähigkeit, dat Leven sülvstbestimmt to gestalten.

Marcus Tullius Cicero

De oltröömsch Ertrecken weer ganz up de Bedürfnisse vun den pater familias as en aktiv Liddmaat vun dat röömsch Gemeinwesen (civitas) utricht. De Praxis (usus) lehr, wat notwennig weer. Dat Weeten ut Böker speel en ünnerordnet Rull för de Bildung. Umfang un Inholt deen sück nah den Nutzen (utilitas) richten. De Existenz vun en röömsch Humanismus is umstreeden.[15] Marcus Tullius Cicero hett sück för de greeksch Bildung un philosophische Reflexion insett.

Zitat: Philosophia iacuit usque ad hanc aetatem nec ullum habuit lumen litterarum Latinarum; quae inlustranda et excitanda nobis est, ut, si occupati profuimus aliquid civibus nostris, prosimus etiam, si possumus, otiosi. (Översetten: De Philosophie leeg bit in uns Tiet daal un hett in de latiensch Literatur överhoopt noch kien glanzvull-erhellende Dorstellen[16] funnen. Dat is also uns Upgaav, hör Ansehn un Leven to geven, um uns uns Mitbörgers, den wi in uns staatlich Tätigkeit villicht wat nützt hemm, ok in de Muße to deenen, sowiet as wie könnt.|Marcus Tullius Cicero[17]}}

Sien Ideal vun en Redner tekent sück dör en hooch Allgemeenbillen un goot Kenntnisse in Geschichte, Philosophie un Recht ut.[18] Maatgevlich vun Cicero wurr de Begriff humanitas präägt, de eerstmals in en anonymen Schrift um 80 v. Chr. mit den Titel „Rhetorica ad Herennium“ beleggt is. Cicero, bi de de Begreep in Tallriek Schriften vörkummt, knütt mit hüm an de greeksch Paideia an. Humanität is den Minschen nich anboren, eerst dör dat Ertrecken in den Künsten (artes) wurrd de Jöögd to de humanitas formt un bildt („ad humanitatem informari“).[19] Humanität betekent dat in den Minschen, wat hüm eegentlich to'n Minschen maakt. De Minsch is wat Groot un Bejahenswertes. To de humanitas hörrn neben Gerechtigkeit un en sittlich Kraft ok levenswert Mitnanner, Muße, Freud an en pleegte Spraak as ok vör allen en swoorlos un verbinnen Geistigkeit.[20] Humanus steiht in' Tonfall un in de Bedüüden dat Woort urbanus nah. Dat betekent kien ernste Besinnung, sonnern heitere Sülvstsekerheit. Dat geiht um dat geistriek, fien, witzig un höflich Wesen vun den Stadtrömer.[21] Dat verbinnen sück dee, unverkrampt Ernst un anmoodig Scherzen. De eegen Wohrheiten wurrn licht un elegant hensmeeten, man spott mild över de eegen Rull. Dat geiht um de Freud an en gelungen Erkenntnis un um de Freud an en geistigen Tätigkeit, de ahn Zweck un Nutzen bedreeven wurrd.[22] De rücksichtslose Minsch, de sück nich för anner Minschen interesseert, ist nich human. Arroganz, Dickköppigkeit, achterwäldlerische Plumpheit un Brutalität sünd mit humanitas nich vereenbor. Se is denn in Gefohr, wenn de Minsch sück in de Äußerlichkeit verlüst oder dör Gewöhnung an da Schlimme afstumpt.[23] In de tweet Hälft vun de Regeerenstiet vun Nero hemm Seneca, Marcus Annaeus Lucanus un Aulus Persius Flaccus en transzendent Ideal „sittlicher Vollendung wahren Menschentums“ verkünnd.[24]

Renaissance-Humanismus

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Erasmus von Rotterdam

In' engeren Sinn wurrd as Humanismus dat fortschrittliche, sück vun dat Middelöller un de Scholastik afwennen geistig Klima vun dat 15. un 16. Johrhunnert betekent. Man ünnerscheed dorbi tüschen de Renaissance as den umfaaten kulturellen un sozialen Wannel tüschen Middelöller un Neetiet un den Humanismus as de Bildungsbewegen, de hüm togrunnen liggt. Nahdem dat Byzantiensch Riek – ok vun de Krüüzfohrer överfallen un massiv schwächt – all vun de Rebeetsverlusten vun Noordafrika un Lüttasien un sluutend vun den Balkan up dat goot befestigt Konstantinopel beschränkt weer, full in dat Johr 1453 ok Konstantinopel an de Osmanen.[25] To Tiet fvun disse Zerstörung sünd tallriek byzantiensch Gelehrte flücht un hebbt en Barg vun greeksch Handschriften in den Westen brocht. Eerst mit dat Inbetrecken vun de greeksch Spraak un Literatur wunn de humanistisch Kanon sien vulle Gestalt.[26] Ok dat Utfinnen vun den Bookdruck weer för dat Bestreeven vun de Humanisten goot, verhulp dat doch hör Warken to en wieder Verbreeden un hett de ganze Welt mit hör Ideen bekannt maakt.

De antike Kultur wurr as nich to överdrapen nahmaakt. Dat Studium vun de antike Literatur un Philosophie deen dorto, sück en in sück ruhen Bildung seker to ween un sück vun theologischen un philosophischen Vörentscheeden to lösen. De över de ständisch Gleedern stahn uomo universale verkörper dat ideale Minschenbild. All in dat 15. Johrhunnert bestunn en Sülvstverständnis vun gebildt Krinken, de sück as humanistae begriepen un sück ok so beteken deen, also as Humanisten. De Begreep humanista düükt to'n eersten Mal 1490 in en volksspraaklichen Breef up.[27] De betekent so de Gräzisten, Latinisten, Dichter un Redner, de sück mit de studia humanitatis befaaten deen un Cicero as ok Quintilian besünners in de Rhetorik as Vörbiller ankieken deen. Disse Gelehrtenbewegen wull dat antike Minschenbild nee schaffen.

De antike Bildung wurr as nich to överdrapen ansehn un dat levensbejahende un schöpperische Individuum rehabiliteert. De Verherrlichung vun den Minschen ergeev sück bi de italieensch Humanisten ut de Övertüügen, dat de Minsch as dat Ebenbild vun Gott dat Hööchste in de ganze Schöppen weer.[28] De beropenste un inflootriekste Humanist vun de frö Neetiet weer Erasmus von Rotterdam, de sien philosophia christiana de Överbetonen vun de rhetorisch Kultur relativeeren dee. Weder Philipp Melanchthon sien Grundleggen vun de protestantisch Bildung noch dat Schoolwesen vun de Jesuiten sünd ahn humanistischen Infloot denkbor.[29] Den Humanismus as Bildungsbewegen in sien Völschichtigkeit harr vör Jacob Burckhardt all Georg Voigt faststellt.

Neehumanismus

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Johann Gottfried Herder

Siet etwa 1750 geev dat en Neeern vun de humanistisch Bewegen, um de Nivellieeren vun den Minschen in de fastleggt laatfeudalen Ständeordnung to överwinnen. Dat Individuum sull sück as produktiv tätig Minsch immer wieder vullkommen wurrn un Sülvstbestimmen över sien Levensbedingungen winnen. De minschliche Individualität sull sück free entfalten. Dormit verbunnen weer en Henwennen to dat klassisch Alterdom. In dat Tietöller vun de Opklären weer de Begreep Humanismus tonächst noch nich begäng. Överwegend hett man in Anlehnen an Cicero un de Renaissance gliekbedüüdend vun Humanität snackt. Schiller un Herder verstunnen ünner Humanität de Minschlichkeit an sück. In sien 1793 bit 1797 rutkommen Briefen zur Beförderung der Humanität verkloort Herder:

Zitat Humanität ist der Charakter unseres Geschlechts; er ist uns aber nur in Anlagen angeboren, und muß uns eigentlich angebildet werden. Wir bringen ihn nicht fertig auf die Welt mit; auf der Welt aber soll er das Ziel unsres Bestrebens, die Summe unsrer Übungen, unser Wert sein … Wenn der Dämon, der uns regiert, kein humaner Dämon ist, werden wir Plagegeister der Menschen … Humanität ist der Schatz und die Ausbeute aller menschlichen Bemühungen, gleichsam die Kunst unsres Geschlechts. Die Bildung zu ihr ist ein Werk, das unablässig fortgesetzt werden muß, oder wir sinken … zur rohen Tierheit, zur Brutalität zurück.|Johann Gottfried Herder[30]

Insbesünnere för Herder weer Humanität togliek an en Fortschritt in de Geschichte knütt, he seech dorin en „Hauptgesetz der Natur“. Kunst un Wetenschap helpen dorbi, dat wohre Wesen vun den Minschen wohrtomaaken un vullstännig to maaken. De minschlich Geist is in de Laag, en sinnvullen Tosammenhang vun de Dinge to sehn un mit den Willen to bejahen.[31]

Kant beschreev de Humanität as „[...] den Sinn für das Gute in Gemeinschaft mit anderen überhaupt; einerseits das allgemeine Teilnehmungsgefühl, andererseits das Vermögen, sich innigst und allgemein mitteilen zu können, welche Eigenschaften zusammen verbunden die der Menschheit angemessene Geselligkeit ausmachen.“[32] Nah Kant wurrd de Minsch dör dat Ertrecken to'n Minschen. Dat Programm vun de Minschenbillen hett nah Kant veer Stuufen: In de Disziplineeren geiht dat um de Zähmung vun de animalisch Wildheit in' Minschen. Bi dat Kultiveeren geiht dat um de Belehren un Ünnerwiesen, um Fähigkeiten to erwerben. Bi de Ziviliseeren geiht dat dorüm, dat de Minsch klook wurrd, sück in de minschlich Sellschopp inföögt, beliebt is un Infloot kriggt. Bi de Moraliseeren geiht dat sluutend um de Entwickeln vun en vernunftgemäßen Gesinnung. De Minsch sall lehren, goot Zwecke to wählen. Goot Zwecke sünd de, de vun jedermann billigt wurrn un to glieker Tiet jedermanns Zweck ween könnt. Kant verbunn mit dit Programm de Idee vun dat Fortschreeden vun de Minschheit to’n Beteren.[33]

Schiller, Wilhelm un Alexander von Humboldt, Goethe

Wilhelm von Humboldt un sien Helpers hebbt in kört Tiet en dreestuufig Billdungswesen schafft: Elementarschool, Gymnasium un Universität. Dat Gymnasium sull to de Hoochschoolriep führen un beschränk sück in' Wesentlichen up allgemeenbillen Facken. En wichtigen Bidrag hett de Ünnerricht in olt Spraken leist dör dat Lehren vun latiensch un greeksch, de an neehumanistischen Gymnasium etwa de Hälft vun de verfügboren Schoolstünn in Anspröök nehmen.[34] De Schriften vun Platon un Cicero hörrn to dat Lektüreprogramm. De Weimarer Klassik gull dat klassisch Grekenland as inbegreep vun hööchste Humanität. Dat weer dat Symbol för dat eegen Bestreeven. Insbesünnere Goethe un Schiller hemm dat Ideal vun en Persönlichkeit propageert, dat sück blots dör de harmonisch Entfalten vun all Anlagen un Kräfte verwirklichen leet. Man hett glöövt, dat disse Ideale in dat antike Grekenland all mal verwirklicht wurrn weern. So beschreev Goethe dat Wirken vun de Humanität: „Seele legt sie auch in den Genuß, noch Geist ins Bedürfnis, Grazie selbst in die Kraft, noch in die Hoheit ein Herz.“[35]

De düütsch Begreep Humanismus wurr eerstmals vun Friedrich Immanuel Niethammer in dat 1808 rutbrocht Book „Der Streit des Philanthropinismus und Humanismus in der Theorie des Erziehungs-Unterrichts unserer Zeit“ bruukt. He verteidigt de an de greeksch Klassik richt Bildung gegen de praktisch-technisch Utbillen an de Realscholen. De praktische Nutzen sall nich alleen in' Vördergrund stahn. De humanistisch Bildung gifft de Jöögd klassisch Muster vör, de to en ästhetischen, moralischen un geistigen Entwicklung bidragen. Nah Niethammer hett de vun de Greken to'n Thema maakt Logos den Minschen över de roh Natuur herut to dat Geistige führt. Eerst dormit wurr sien wohre Minschlichkeit begrünnd. De Logos harr sück in Jesus Christus inkarneert (Johannesevangelium 1|14). De Logos weer togliek dat Oorprinzip vun minschlich Bildung.

Humanismus in de Moderne

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Darte Humanismus

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Werner Jaeger, Lithographie vun Max Liebermann (1915)

De bedüüdenste Vertreder vun den so nömmten Darten Humanismus weer Werner Jaeger. De Beteken Darte Humanismus - nah den Renaissance-Humanismus un de Neehumanismus - stammt ut en 1921 hollen Reed vun den Berliner Philosophen Eduard Spranger, en Früend vun Jaeger un de sück mit hüm gemeensam för de olt Spraaken un en Philosophie der Bildung insetten dee:

Zitat: Aber ein Unterschied unseres Humanismus, den man den dritten nennen könnte gegenüber jenem zweiten, liegt in der Weite des Suchens und des Verstehens, das wir Modernen aufzubringen vermögen.|Eduard Spranger[36]

Nah Jaeger hett de Kultur in't Grekendom slechthen ehrn Oorsprung. De Greken hemm hör geistige Gesamtschöppen as Arv an de anner Völker vun dat Alterdom wiedergeven. För Jaeger fang de Humanismus mit de Övernahm vun de greeksch Kultur in dat Röömsch Riek an. De greeksch Bildungsgedanke sweer denn in dat Christendom in eegenständig Wies fortsett wurrn. Konstitutiv för jede Erschienensform vun Humanismus weer dorbi de Struktur vun dat Wedderupnehmen. De abendländsch Geschichte wurrd bi Jaeger to en Reeg vun Neeerungen vun de greeksch Bildungsidee.[37] He hett dat Grekendom mit de Idee, den Minschen nah en bestimmt Ideal to formen, glieksett.

De Begreep vun de Paideia weer för Jaeger gliekbedüüdend mit de greeksch Bildung. Se weer nich en blot Inbegreep vun abstrakt Ideen, sonnern de greeksch Geschichte sülvst in de konkreten Wirklichkeit vun dat beleevt Schicksal. De Gesamtheit vun de greeksch Kultur weer Utdruck vun dit Streven, den Minschen to formen. De Greken harrn de Dinge „organisch“ ankeeken. Se harrn dat Eenzelne as Deel vun en Ganzen ansehn. Eerst dordör weern se to de Schöppen vun den Begreep „Natuur“ fähig wurrn. Mit dissen harr sück dat Interesse verbunnen för de Gesetten, de in de Dinge sülvst wirken. Ut de Insicht in de Gesettmäßigkeiten vun dat minschlich Wesen weern de Normen för de persönlich Führung vun de Seele un för den Upbau vun de Gemeenschap entstahn.

Dat hööchste Kunstwark, dat dat to billen gull, weer de Minsch. Över all steiht de Minsch as Idee. De ertrecken Gehalt vun de Antike sull för de Gegenwart fruchtbor maakt wurrn. De Tokunft vun de Jöögd weer dör Wohrheit, Bildung, Werte un en Zentraalperspektive - Jaeger snackt vun en „Totalbild“ - seker to stellen.[38] De Formung vun den Minschen weer nich to wedderropen an de Gemeenschap bunnen. De Minsch weer to sien wohre Form uptotrecken, nämlich den eegentlichen Minschween as allgemeengültig un verplichten Bild vun de Gattung. De generaliseeren Sichtwies vun Jaeger up de Antike is umstreeden un wurrd deelwies as Idealiseeren kritiseert.[39]

Helmuth Plessner kritiseer de Humanismus ut de Sicht vun den Historismus: De Geschichte vun de eegen un frömd Kulturen dee wiesen, dat de Sülvstupfaaten vun den Minschen in' Sinn vun en Idee, wat de Minsch ween sall, vun de Minschen sülvst geschichtlich un unter kulturell-kontingenten Annahmen hervörbrocht wurrn weer, also kien Anspröök up allgemeen Geltung erheven kann. So wies de Erfohren

Zitat: […] daß die Selbstauffassung des Menschen als Selbst-Auffassung, als Mensch im Sinne einer […] ‚Idee‘ selbst ein Produkt seiner Geschichte bedeutet, die Idee Mensch, Menschlichkeit von ‚Menschen‘ eroberte Konzeptionen sind, denen das Schicksal alles Geschaffenen bereitet ist, untergehen […] zu können.|Helmuth Plessner[40]

He hett dem en Anthropologie entgegen sett, de de wesentliche Unergründlichkeit vun den Minschen in't Zentrum stellt: Wat de Minsch is, leet sück nich ergrünnen, denn de Minsch weer kien afslooten, sonnern en unfardig Wesen. Disse Insicht maak ok de Överhevlichkeit vun en missioneerenden christlich-europääschen Kultur, de meen, de Minschlichkeit eerst nah de anner Kulturen bringen to mööten, en Enn'.[41]

Jean-Paul Sartre, humanistisch Existentialist

In den existentialistischen Humanismus vun Jean-Paul Sartre wurrd de Eegenverantwoortlichkeit vun den Minschen betont. Nah Sartre is de Existenzialismus „en Lehre vun de Tat“. Grundleggend hierto weer weer de 1945 rutgeven Essay L'existentialisme est un humanisme. Sartre hett en Humanismus in dat Gewann vun de Moderne entworfen: De Existenz geiht de Essenz vörut. De Minsch trett in de Welt in un eerst denn find he sück sülvst ut bzw. maakt sien Entwurf. De Minsch ist nichts anners as dat, worto he sück in sien total Freeheit maakt. Deshalb is he ok för dat, wat he is, verantwortlich. Dat verleht hüm sien Würde. Dat Leven hett a priori kien Sinn. De Minsch wählt sück sien Moral, se is sien Schöppen un Utfinnen. Mit sück sülvst schafft sück de Minsch en Vörbild. De Minsch is nichts anners as sien Leven. He is de Summ vun sien Hanneln, sien Betrecken un Ünnernehmen. He existeert blots in dat Maat, in de he sück sülvst verwirklicht.

Zitat: Es gibt kein anderes Universum als ein menschliches, das Universum der menschlichen Subjektivität. Diese Verbindung von den Menschen ausmachender Transzendenz – nicht in dem Sinn, wie Gott transzendent ist, sondern im Sinn von Überschreitung – und Subjektivität in dem Sinn, dass der Mensch nicht in sich selbst eingeschlossen, sondern immer in einem menschlichen Universum gegenwärtig ist, das ist es, was wir existentialistischen Humanismus nennen.|Jean-Paul Sartre[42]

Martin Heidegger hett mit sien Brief über den »Humanismus«, de 1947 as Anhang to en anner Wark un 1949 eerstmals sülvständig rutkeem, up en schriftliche Anfraag vun den franzööschen Philosophen Jean Beaufret antwort.[43] He hett den klassischen Humanismus vörsmeeten, dat in sien Bestimmen vun den Minschen as vernünftig Subjekt de eegentlich Würde vun den Minschen noch nich erfohren weer un he de Humanitas vun den Minschen nich hooch noog ansett harr. De Philosophie siet dat klassisch Grekenland weer to Metaphysik entoort. Dat Wesen vun den Minschen muss sien Ansicht nah anfänglicher erfohren wurrn.

Dat Ween keem in dat Denken to Spraak. De Spraak weer „das vom Sein ereignete und aus ihm durchgefügte Haus des Seins“. Dör de Spraak weer de Minsch in de Lichtung vun dat Ween freestellt. Dat Ween sülvst harr hüm „in die Wahrheit des Seins »geworfen«, daß er, dergestalt ek-sistierend, die Wahrheit des Seins hüte“.[44] Heidegger betekent den Minschen dorüm as Höder vun dat Ween. Dat Denken würr denn togliek ok dat Wesen vun den Minschen vullbringen. Dorüm würr in dat Denken de Minschlichkeit ruhen. Dat Denken vun dat Ween passeer noch vör de Ünnerscheeden vun Theorie un Praxis. Dat Ween harr weder Ergevnis noch Wirkung. Dat weer en Doon, dat all Praxis överdrapen dee. De Philosophie harr dorgegen ut de Spraak en Herrschapsinstrument över dat Ween maakt un dat Denken dormit falsch utleggt. Dat animal rationale führ sück up as Herrn vun dat Ween un kreis heimatlos um sück sülvst. Dat weer utstött un de Wohrheit vun dat Ween.

Peter Sloterdijk kritiseert Heidegger sien Positschon. He sücht den Minschen in de Reeg vun de Levenswesen un wend sück gegen Heidegger sien Aflehnenen vun jeder Anthropologie. Dat geev en Geschichte vun dat Ruttreden vun den Minschen in de Lichtung. Dat würr vun Heidegger nich in Betracht trucken. De Realgeschichte vun de Lichtung würr vun de Natuur- un Sozialgeschichte vertellt. De Lichtung weer en Ereignis, wo ut dat Sapiens-Deert de Sapiens-Minsch wurrd. Hier fangt de Sozialgeschichte vun de Zähmungen an. Dor wiest sück dat anner, bither verstaaken Gesicht vun de Lichtung. Dat weer en Kampplatz un en Oort för dat Entscheeden un de Selektschoon.[45]

In de Johren van 1961 bit 1978 hett Erich Fromm mehrere Upsatzen un Reden schreven, de in den Sammelband Humanismus als reale Utopie herutgeven wurrn. Dat Entfrömden is nah Fromm de Krankheit vun den modernen Minschen. De Minsch wurrd to'n Götzendeener, de dat Wark vun sien eegen Hannen anbeden deiht. He is blots noch dormit togang um to arbeiten um konsumeeren to können. Er will völ hemm, anstatt völ to ween. Machtstreven, Vergnögensssucht un Besitt verdrängen Leev, Freud un persönlich Wassdom. Ängstlichkeit verbind sück mit de Unfähigkeit, to leeven. De modern Minsch flücht in loos Geschäftigween. An Stäe vun de traditschonellen Werte vun dat Goode, Muie un Wohre, de de Entfaltung vun den Minschen deenen, is de technologische Wert treden: Dat technisch Mögelke wurrd to'n Sülvstzweck; is wat technisch mögelk, denn wurrd dat ok maakt. Nah Fromm sull man sück de humanistischen Alternative bewusst wurrn. De Humanismus geiht vun den föhlenden, lebendigen, liedenden un denkenden Minschen as de zentraal Kategorie ut.

Zitat: Bei diesem Bezugsrahmen besteht der Sinn des Lebens in der völligen Entwicklung der menschlichen Eigenkräfte, insbesondere in der von Vernunft und Liebe, im Transzendieren der Enge des eigenen Ichs und in der Entwicklung der Fähigkeit, sich hingeben zu können, in der vollen Bejahung des Lebens und von allem Lebendigen im Unterschied zur Anbetung von allem Mechanischen und Toten.|Erich Fromm[46]

Över dat Unbewusste kann man den Kuntakt to dat ganze, universale Minschween winnen.

Zitat: Haben wir aber mit dem ganzen Menschen in uns Kuntakt, dann gibt es nichts Fremdes mehr. Es gibt kein Verurteilen anderer mehr aus einem Gefühl der eigenen Überlegenheit […] Der Mensch steht heute vor der Wahl: Entweder wählt er das Leben und ist zur neuen Erfahrung von Humanismus fähig, oder die neue 'eine Welt' wird nicht gelingen.|Erich Fromm[47]

De Leev ist de Hauptschlüssel, mit de sück de Doren to dat persönliche Wassdom apenmaken laaten. De Praxis vun de Leev is dat minschlichste Doon, dat den Minschen ganz to'n Minschen maakt un hüm to de Freud an de Leven geven wurrn is.[48]

Michel Foucault stell sück de Fraag, wu man as free Minsch leven kunn. He wett dorup, dat „der Mensch verschwindet wie am Meeresufer ein Gesicht im Sand“.[49] Dorbi is „der Mensch“ för Foucault en epistemologische Denkfigur un blots een Element in en den Subjekt notwennig vörutgahn Gesamttosommenhang. Dat Subjekt kann nich mehr Oorsprung vun all Erkenntnis un Wohrheit ween. In' Humanismus sücht Foucault de dunkle Siet vun de Upklärung:

Zitat: Ich verstehe unter Humanismus die Gesamtheit der Diskurse, in denen man dem abendländischen Menschen eingeredet hat: Auch wenn du die Macht nicht ausübst, kannst du sehr wohl souverän sein. […] Je besser du dich der Macht unterwirfst, die über dich gesetzt ist, umso souveräner wirst du sein. Der Humanismus ist die Gesamtheit der Erfindungen, die um diese unterworfenen Souveränitäten herum aufgebaut worden ist: die Seele (souverän gegenüber dem Leib, Gott unterworfen), das Gewissen (frei im Bereich des Urteils, der Ordnung der Wahrheit unterworfen), das Individuum (souveräner Inhaber seiner Rechte, den Gesetzen der Natur oder den Regeln der Gesellschaft unterworfen).| Michel Foucault, Von der Subversion des Wissens[50]

För Foucault gifft dat kien objektiv Wohrheit, sonnern blots relativ Wohrheiten. Jede Form vun metaphysisch Denken lehnt he af. Humanismus is för hüm nichts anners as en Säkulariseeren vun idealistisch Gedanken. Dat würr weder en Wesen vun den Minschen noch objektive un universelle Minschenrechte. Dat gifft nah sien Upfaaten kien överhistorsch Norm, de dat Wesen vun den Minschen bestimmen kann. De Versöök, so en Norm uptostellen, würr to en Uniformeeren vun den Minschen. De moderne Anthropologie sett immer noch dat Ideal vun den „homo dialecticus“ vörut, de sien binnere Wohrheit un sien binneren Wert kennt. Aber nich mehr de Minsch is dat Objekt vun de Weetenschapen, sonnern völmehr blots de buteren Betrecken und Vernetten vun Elementen, de free vun jeder Vörstellen vun en souverän Subjekt un Bewusstween weern. De Organismus dee funktschoneeren. En Zweck geev dat nich. Alle Rechtfertigungsversöök dör Gott oder de Idee vun de Minschheit weern överflüssig Sülvsttäuschungen un Fehlutbillen vun de Kontrollmögelkeiten, de jedes Funktschoonssystem in sück dragen dee. Dat hannel sück bi de Humanismus um den trügerischen Versöök vun Sülvstrechtfertigungen, de dorvan aflenken söllt, dat dat den Minschen um dat bloße Funktschoneeren ahn irgendwelker höhgere Zwecke geiht. Den Gedanken vun den Humanismus, dat de Minsch sück sülvst Zweck ween kunn, wiest Foucault af:

Zitat: Tatsächlich hat die Menschheit keine Zwecke. Sie funktioniert, sie kontrolliert ihr Funktionieren und bringt ständig Rechtfertigungen für diese Kontrolle hervor. Wir müssen uns damit abfinden, dass es nur Rechtfertigungen (d. h. keine Wahrheiten) sind. Der Humanismus ist nur eine von ihnen, die letzte.|Michel Foucault, Von der Subversion des Wissens[51]

Bi Sartre is de Minsch togliek Düüder un Programmeerer vun den Sinn ween. För Foucault is Sinn nichts as en Oord Böverflachenwirkung, en Speegeln oder en Schuum. Wat uns in' Deepsten dördringen deiht, wat för uns dor weer un wat uns in Tiet un Ruum hollen deiht, weer dat System. Nich de Minsch drüff an Stäe vun Gott sett wurrn, sonnern en anonym Denken, Erkenntnis ahn Subjekt, Theoretisches ahn Identität. De noch vun Sartre verfuchten Freeheit weer letztlich en Illusion. Tatsächlich denke man binnerhalv vun en anonym un dwingen Gedankensystem vun en bestimmt Spraak un Epoche. Mit disse Erkenntnis wurr de Idee vun den Minschen in de Forschen un in dat Denken överflüssig. Se weer blots en Hinnernis, um de wohren Tosommenhänge to erkennen. Dat an' meesten belasten Arv, dat uns ut dat 19. Johrhunnert tofallen dee, weer de All de politisch Regime vun den Osten oder den Westen würrn hör slecht Woren ünner den Hammer vun den Humanismus dörbringen:

Zitat: All diese Herzensschreie, alle diese Ansprüche der menschlichen Person, der Existenz sind abstrakt: d. h. abgeschnitten von der wissenschaftlichen und technischen Welt, die nämlich unsere wirkliche Welt ist. Was mich gegen den Humanismus aufbringt, ist der Umstand, dass er nur noch der Wandschirm ist, hinter den sich reaktionärstes Denken flüchtet, hinter dem ungeheuerliche und undenkbare Bündnisse geschlossen werden: so will man beispielsweise Sartre und Teilhard verbinden. [...] Der Versuch, der gegenwärtig von einigen unserer Generation unternommen wird, besteht daher nicht darin, sich für den Menschen gegen die Wissenschaft und gegen die Technik einzusetzen, sondern deutlich zu zeigen, dass unser Denken, unser Leben, unsere Seinsweise bis hin zu unserem alltäglichsten Verhalten Teil des gleichen Organisationsschemas sind und also von den gleichen Kategorien abhängen wie die wissenschaftliche und technische Welt. Es ist das „menschliche Herz“, das abstrakt ist. Wir aber bemühen uns, den Menschen mit seiner Wissenschaft, mit seinen Entdeckungen, mit seiner Welt, die konkret ist, zu verbinden.| Michel Foucault[52]

Humanismus un Recht

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Dor de Existenz vun Gott nich allgemeen anerkannt wurr, hett man sück up de unantastbore Minschenwürde as Grundlaag vun en Wertesystem sowohl völkerrechtlich as ok in de meest natschonalen Verfaaten eenigt. Dör de Övernahm vun den sittlichen Wert vun de Minschenwürde in gellen Recht is se togliek to en Rechtswert wurrn. So fangt de Präambel vun de Charta der Vereinten Nationen so an:

Zitat: Da die Anerkennung der allen Mitgliedern der menschlichen Familie innewohnenden Würde und ihrer gleichen und unveräußerlichen Rechte die Grundlage der Freiheit, der Gerechtigkeit und des Friedens in der Welt bildet […]|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte.

Un in Art. 1 Satz 1 heet dat dor: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Art. 1 Abs. 1 vun dat düütsch Grundgesett luut bispeelswies: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Disse Gesamtanspröök wurrd denn in' Eenzelnen internatschonal dör de Minschenrechte un bispeelswies in Düütschland, de Swiez un Öösterriek natschonal dör de jewieligen Grundrechte konkretiseert. In Düütschland sünd de Grundrechte dör dat Grundgesett ut dat 1949 un in de Swiez dör de revideert Bundsverfaaten ut dat Johr 1999 garanteert. In Öösterriek sünd de Grundrechte up mehrere Gesetten verdeelt un nich zentraal regelt: Bundsverfaaten, Staatsgrundgesett van 1867, Staatsverdrääg vun Saint-Germain (1919) un Wien (1955), Europääsch Minschenrechtskonventschoon van 1958, Zivildeenstgesett un Datenschuulgesett. Up europääsch Ebene is en Schuul vun de Grundrechten anerkannt, insbesünnere dör de Charta der Grundrechte der Europäischen Union. De Unantastborkeit vun de Minschenwürde as Rechtswert is en historsch Konsequenz ut den Staatsterror vun den Natschonalsozialismus. Dorbi hulp dat humanistisch präägt Denken vun den Rechtsphilosophen Gustav Radbruch, de Grenzen för de Rechtsgeltung vun Schandgesetten uptowiesen, an de kien Richter mehr bunnen is.

Zitat: […] eine andere Grenzziehung aber kann mit aller Schärfe vorgenommen werden: wo Gerechtigkeit nicht einmal erstrebt wird, wo die Gleichheit, die den Kern der Gerechtigkeit ausmacht, bei der Setzung positiven Rechts bewußt verleugnet wurde, da ist das Gesetz nicht etwa nur „unrichtiges“ Recht, vielmehr entbehrt es überhaupt der Rechtsnatur. Denn man kann Recht, auch positives Recht, gar nicht anders definieren als eine Ordnung und Satzung, die ihrem Sinne nach bestimmt ist, der Gerechtigkeit zu dienen.|Gustav Radbruch[53]

Humanismus un Psychologie

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De humanistisch Theorien in de Psychologie wurrn maatgevennd vun Abraham Maslow un Carl Rogers präägt. De Persönlichkeit entwickelt sück mit dat Teel, sück sülvst to verwirklichen. De eegen Fähigkeiten un Talente söllt entwickelt wurrn, um dat binnere Potential to realiseeren. Dat Streven nah Sülvstverwirklichung is togliek de

Zitat: […] Organisator all der unterschiedlichen Kräfte, deren Zusammenspiel ununterbrochen das erschafft, was eine Person ausmacht … Dieses angeborene Streben nach Selbsterfüllung und nach Realisierung des eigenen einzigartigen Potentials ist eine konstruktive leitende Kraft, die jede Person im Allgemeinen zu positiven Verhaltensweisen und zur Weiterentwicklung des Selbst bewegt.|Philip G. Zimbardo[54]

Humanismus un Religion

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In' Verhältnis vun den Humanismus to de Religion gifft dat en wietrecken Spektrum vun utdrücklichen Betoog up de Religion bit to utdrücklich Aflehnen. Dorbi steiht de Begreep Humanismus in dat Spannungsfeld tüschen de minschlich Autonomie up de en Siet un de traditschonell Trüchbinnen vun de Minschenwürde an de ontologisch Tüschenstellen vun den Minsch tüschen Gott un Welt up de anner Siet, de transzendente Sinnressourcen apen maken sall.[55] De etableerten Religionen hemm in de humanistische Traditschonen sülvst entwickelt Anliggen vun den Humanismus upnommen un in hör Gloovenssätze integreert oder eegen Anstööt to de Entwicklung vun den Humanismus geven.

De Tora entspreckt den fiev Bökern Mose in dat Olt Testament. Se is Deel vun den Tanach, de hebrääsch Bibel.

All in dat Jodendom gellen de Gebote vun den Nächsten- un Frömdenleev nah de hebrääsch Bibel:

Zitat: Hasse deinen Nächsten nicht in deinem Herzen! Sondern weise ihn auf das Recht hin, damit du nicht seinetwegen Schuld auf dich lädst. Räche dich nicht noch behalte Zorn gegen die Kinder deines Volkes. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst: Ich bin JHWH.|Tanach, Wajikra (3. Book Mose 19|17)

Dat Gebot vun de Frömdenleev wennd sück gegen de Beschränkung vun de Nächstenleev up Mitjöden:

Zitat: Den Fremdling, der bei euch wohnt in eurem Land, sollt ihr nicht unterdrücken. Er soll wie ein Einheimischer unter euch wohnen, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr wart auch Fremdlinge in Ägypten. Ich bin JHWH, euer Gott.|Tanach, Wajikra (3. Book Mose 19|33); vgl. ok Devarim (5. Book Mose 10|19)

Dat Jodendum hett mit sien Gebot, ok den Frömden leev to hemm, en düchtigen Bidrag to de moralisch Standards vun de Minschheit leist.[56] In de Plicht gegen den Frömdling is de unbedingte Humanität an' bestimmtesten erfaat wurrn. Dat Opdecken vun den Minschen as Mitminsch sett vörut, dat ok de Frömdling en to dat Ebenbild vun den eenzigen Gott schafft Lebewesen is (1. Book Mose 1|26). Ok de Frömdling un Nichjöödsch is Nächste, up de dat Gebot vun den Nächstenleev to betrecken. De Frömdling lehrt de Humanität. An hüm is de Minsch as Mitminsch immer weer klor erkannt un gewetermaaten opdeckt wurrn.[57]

De Begreep vun den Noachiden beschrifft dat Recht vun den Frömdling in dat Jodendom. En Noachide, en Nahkommen vun Noach (1. Book Mose 7|7), is jeder, de de elementarsten Plichten öövt, de sück ut de Minschlichkeit un de Landstogehörigkeit ergeven. Gliekgültig is dorbi sien Religionstogehörigkeit oder Staatsangehörigkeit. De Noachide hett nich blots Anspröök up Dulden sonnern ok up Anerkennung. He is den inheimischen Staatsbörger gliekstellt.[58] De Noachide wurrd dormit to'n Prototyp vun den Mitminschen. He repräsenteert en fundamentale ethische Gliekheit, de jedes positiv staatlich Recht vörangeiht. En groot Bedüüden hemm de Verplichten vun de noachidischen Gebote kreegen. Up söben Gebote sünd de Nahkommen vun Noach nah den Babylonischen Talmud verplicht:[59]

De noachidisch Gebote sünd dorbi nich inklagbor Recht, sonnern „Ausdruck des theologisch-ethischen Horizonts, in dem sich die geistig-religiöse Nachbarschaft zum außerjüdischen Mitmenschen vollziehen kann“.[60] Gliekwohl wurr de groot Völkerrechtler vun dat 17. Johrhunnert Hugo Grotius un John Selden vun dat Recht vun den Frömdling in' Talmud anreegt un hemm dissen Gedanken in hör Systeme aufgenommen. Nah Hermann Cohen is de Begreep vun den Noachiden sogor en Vörlöper vun dat Natuurrecht, wat aber umstreeden is.[61] De jöödsche Ethik un rabbinsche Literatur hett de Bestimmungen vun den Tanach immer mehr verfienert un humaniseert. Se steiht de christliche Ethik nich nah.

Christendom

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Gregor von Nyssa verbunn Christendom un Platonismus

Anknüttenspunkt för den christlichen Humanismus in dat Nee Testament is dat Düppelgebot vun de Leev:

Zitat: Und einer von ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und fragte: Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz? Jesus aber antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und wichtigste Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. (Matthäusevengelium 22|35-40).[62]

Dat fröhe Christendom harr as Spraak dat Greeksche un leev in Denkkategorien, de vun Platon un Aristoteles präägt weern. Paulus knütt in de Apostelgeschichte up den Areopag in Athen an de greeksch Philosophie an (Apostelgeschichte vun Lukas 17|22). De wurr in de Paideia Christi verkünnigt.[63] Mit Clemens von Alexandria un Origenes geev dat en philosophisch Verdeepen un wiedere Helleniseeren vun de christlich Religion. Origenes verkloort de Bibel in umfangriek Kommentaren nah hör wörtlich, grammatisch, historsch un pneumatisch Sinn. Mit disse vun dat Grekendom övernommen Philologie wurr he to'n Vader vun de theologische Exegese. Mit de Karkenvader Basilius von Caesarea, Gregor von Nazianz un Gregor von Nyssa geev dat en wieder Verschmülten vun dat greeksch Denken mit dat Christendom, de denn för dat westlich Denken för duusend Johr präägen dee.

De Renaissance-Humanismus wurr vun de Paapsten finanziell fördert. Mit Paapst Pius II. hett se sogor sülvst en bedüüden Humanisten stellt. De Scholastikkritik vun de humanistisch Reformtheologen, de sück för en Reform vun de herrschen Theologie insetten deen, hett vör latere Reformatoren präägt. De deelwies unmoralische Levenswannel vun de Karkenböveren un Preester truck en mehr oder weniger utpräägten Antiklerikalismus nah sück.[64] Mit de Reformatschoon wurrn de Missstände binnerhalv vun de Kark bekämpt un theologisch en Rückkehr to dat Oorsprüngliche un Authentische anstreevt. Martin Luther hett betont, dat de Slötel to'n Verständnis vun de Bibel in hör sülvst anleggt weer („sui ipsius interpres“). Jeder Christenminsch harr de Fähigkeit, de Schrift sülvst uttoleggen un to verstahn (Sola scriptura-Prinzip). Philipp Melanchthon hett sück bi de Utarbeiten vun sien fröhprotestantisch Hermeneutik up de humanistisch Rhetoriktraditschoon stütt.[65]

To'n Enn' vun dat 18. Johrunnert verkloort de evangeelsch Theoloog un Dichter Johann Gottfried Herder in sien Briefen zur Beförderung der Humanität:

Zitat: Das Christentum gebietet die reinste Humanität auf dem reinsten Wege. Menschlich und für jedermann faßlich; demüthig, nicht stolz-autonomisch; selbst nicht als Gesetz sondern als Evangelium zur Glückseligkeit Aller gebietet und giebt es verzeihende Duldung, eine das Böse mit Gutem überwindende thätige Liebe.|Johann Gottfried Herder[66]}}

De kathoolsch Philosoph Jacques Maritain hett in dat 20. Johrhunnert en christlichen Humanismus vertreden. De weer aber eerst denn integral, wenn de Mensch in sien wohr Wesen, in sien Binnen an Gott un sien Erneern dör Gott erfaat wurr. De modern Upfaaten vun Humanismus sullen mit de vun de middelöllerich Scholastik entwickelten Weenslehre verbunnen wurrn.[67] Dorgegen meent de evangeelsch Dogmatiker Karl Barth, dat man in eerst Lien vun en Humanismus Goddes snacken mööt: von de Leev vun Gott to den Minschen. De Minsch as dat vun Gott bewirkte Wesen sull sück ut sien irdischen Wirklichkeit in dat Geheimnis vun sien Oorsprung apen maaken. Dorbi erfohr he de de Heiligung vun de Gnade, den Humanismus Goddes. De weltlichen Humanismen weern sien Ansicht nah eegentlich över flüssig. Se weern blots „abstrakte Programme“ tegenöver de vun de Evangelien verkünnten Goddeskindschap vun den Minschen.[68]

Nah Rudolf Bultmann is de Humanismus en Gloov an den Adel vun den Minschen as Geistwesen. De Geist verwirklich sück in dat Wohre, Foode un Muie. Disse Ideen bestimmen Wetenschap, Recht un Kunst. De Humanismus würr de Welt so to de Heimat vun den Minschen maaken. Dorgegen würr för dat Christendom de Welt dat Frömde ween. De christlich Gloov entweltliche den Minschen. Gott as slechthen jensiediger weer vun de Welt scheed. De Minsch as Sünder bruuk de Gnade, wiel he nich so weer, as he ween sull. De Gnade vun Gott de den Minschen vun sück sülvst befreen un maak hüm to en nee Geschöpf. De christliche Gloov bruukt dorüm den Humanismus nicht, dat besteiht völmehr en Wedderspröök. De eenzelne Christ weer aber up den Humanismus anwiest, wiel he de Welt dör Wetenschap, Recht un Kunst beherrschbar maaken de.[69]

Buddhismus un Hinduismus

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Ok in' Buddhismus un Hinduismus speelt dat Mitgeföhl un dat Vermieden vun Lieden bi Mitminschen en groot Rull. Karuna as tätig Mitgeföhl un Erbarmen hett en hooch Bedüüden ähnlich as de Nächstenleev in dat Christendom. De Begreep umfaat all Hanneln, de helpen, dat Lieden vun annern to minneseeren. Karuna grünnd up de Erfohren vun de Eenheit vun all all Ween in de Erleuchtung un erstreckt sück ahn Ünnerscheed up all Levenswesen.[70] Wegen de tallriek ünnerscheedlich Lehrrichten moot dat Verhältnis to den westlich präägten Begreep vun den Humanismus eerst noch nauer ünnersöcht wurrn. En aktuell Entwurf stammt vun Daisaku Ikeda, de en universalen Humanismus in Verbinnen vun östlich un westlich Traditschoon entwickelt un as Leitbild för de Weltgemeenschap vörsleiht[71]. De Individualität kummt in den östlich Denkwiesen meest kien hooch Bedüüden to, dat is aber en Karngedanke vun den Humanismus.

Säkularer Humanismus

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David Hume kritiseer as Vertreder vun de Uplärung de Metaphysik

Nah en areligiösen säkularen Auffassung wurrd de Existenz vun höhgere göttlicher Mächte, de de Minschen överordnet weern, verneint. As Begrünnen wurrd meestens dorup henwiest, dat de Existenz vun övernatüürlich Dinge vun de bewiest weern mööt, de de behaupten deiht. Entsprekend Belege geev dat aber nich. Dat is verbunnen mit en Torüchwiesen vun religiöös Övertüügen togunsten vun de Meenen, dat sück de moderne Mensch ut eegen Andriev wieder to entwickeln schaffen kunn un blots denn „Minsch“ weer. He sull sück sien eegen Vernunft bedeenen. De säkulare Humanismus fang in de Tiet vun de Upklärung an un sücht sück as en Weg, ünner annern Fragen vun de Ethik unafhängig vun Religion antokieken. Erklärungen, de sück up övernatüürliche Phänomene betrecken willen, wurrn aflehnt. All David Hume hett sück entscheeden gegen Metaphysik un jede Spekulatschoon över översinnliche Dinge wennd:

Zitat: Man hat aber gegen die Dunkelheit dieser tiefsinnigen und abstrakten Philosophie nicht nur geltend gemacht, daß sie beschwerlich und ermüdend, sondern auch, daß sie die unvermeidliche Quelle von Ungewißheit und Irrtum ist. Hierin liegt allerdings der gerechteste und einleuchtendste Vorwurf gegen einen beträchtlichen Teil der Metaphysik: daß sie nicht eigentlich eine Wissenschaft ist, sondern entweder das Ergebnis fruchtloser Anstrengungen der menschlichen Eitelkeit, welche in Gegenstände eindringen möchte, die dem Verstand durchaus unzugänglich sind, oder aber das listige Werk des Volksaberglaubens, welcher auf offenem Plan sich nicht verteidigen kann und hinter diesem verstrickenden Gestrüpp Schutz und Deckung für seine Schwäche sucht. Verjagt vom freien Felde, flieht dieser Räuber in den Wald und liegt auf der Lauer, um in jeden unbewachten Zugang des Geistes einzubrechen und ihn durch religiöse Ängste und Vorurteile zu überwältigen. Der stärkste Gegner unterliegt, wenn er einen Augenblick in seiner Wachsamkeit nachläßt; und viele öffnen aus Feigheit und Torheit dem Feinde die Pforten und empfangen ihn bereitwillig mit Ehrfurcht und Unterwürfigkeit als ihr rechtmäßiges Oberhaupt. Ist dies indes ein hinreichender Grund für den Philosophen, von solchen Untersuchungen abzustehen und den Aberglauben weiter im Besitz seines Zufluchtsorts zu lassen? Ist es nicht angebracht, daß man den gerade entgegengesetzten Schluß zieht und die Notwendigkeit begreift, den Krieg in die geheimsten Schlupfwinkel des Feindes zu tragen? Vergeblich hoffen wir, daß der Mensch durch häufige Enttäuschungen endlich zum Verlassen solcher luftigen Wissenschaften bestimmt werden und das eigentliche Gebiet der menschlichen Vernunft entdecken möchte.|David Hume[72]}}

Ludwig Feuerbach, atheistisch Humanist

Ludwig Feuerbach löös dat religiöös Wesen in dat minschliche Wesen up. He hett de Upfaaten vertreden, dat Gott blots en abstrakte Vergegenständlichung vun dat minschlich Wesen weer. De Religion weer dat Tweimaken vun den Minschen mit sück sülvst. De Minsch sett sück Gott as en hüm entgegengesett Wesen tegenöver. De Minsch maak sück in de Religion sien eegen geheimes Wesen to'n Gegenstand. De Minsch weer de Anfang vun de Religion, de Minsch weer de Middelpunkt vun de Religion, de Minsch weer dat Enn' vun de Religion.[73] Nah Feuerbach trett de Philosophie an de Stäe vun de Religion. Man sull de Politik to de Religion maaken. De Atheismus weer dat Upgeven en vun den Minschen verscheeden Gott.[74]

Karl Marx knütt an disse Religionskritik vun Feuerbach an, um sien atheistischen Humanismus to begrünnen. De Minsch würr in de phantastisch Wirklichkeit vun den Himmels en Överminschen söken. He würr aber blots den Wedderschien vun sück sülvst finnen. De Minsch würr de Religion maken, nich de Religion den Minschen. De Religion weer dat Sülvstbewusstween un dat Sülvstgeföhl vun den Minschen, de sück sülvst entweder noch nicht erwurben oder all weer verloren harr. De Staat – in dat 19. Johrhunnert weer de Laizismus noch wenig verbreedt – un de Sellschop produzeeren mit de Religion en verkehrt Weltbewusstween, wiel se en verkehrt Welt weern. De Kamp gegen de Religion weer middelbor en Kamp gegen jene Welt, deren geistig Aroma de Religion weer. De Religion weer de Sücht vun de bedrängt Kreatur, dat Gemüt vun en hartlose Welt. Se weer de Geist vun geistlos Tostännen. Se weer dat Opium des Volkes. Dat wirkliche Glück vun dat Volk erforder dat Upheven vun de Religion, wiel de blots illusorisch Glück weer.[75]

Sigmund Freud wurr ebenso as Marx vun Feuerbach anreegt un kritiseer de Religion ut de Perspektive vun de Psychoanalyse as Wunscherfüllung. De religiöös Lehren weern nich Ergevnisse vun der Erfohren oder Resultate vun dat Denken. Se weern Illusionen un Erfüllungen vun de öldste, starkste un dringendst Wünsche vun de Minschheit. Dat Geheimnis vun hör Stärkt weer de Stärkt vun hör Wünsche. För de Illusion weer de Afleiten ut minschlich Wünschen charakteristisch. De Illusion keem in disse Hensicht an de psychiatrischen Wahnidee ran. De Ünnerscheed dorto weer aber, dat de Illusion nich notwennig falsch ween mööt. To den Wohrheitsgehalt vun de religiöös Lehren weer dorüm mit de Erkenntnis vun hör illusionären Charakter nichts faststellt.[76] Nah Freud besteiht en intim Tosommenhang tüschen den Vaderkomplex un den Gloov an Gott. De persönlich Gott is dornah psychologisch nichts anners as en höhger sett Vader. Blots de kann de Bedürfnisse vun dat Kind kennen. Blots en höhger sett Vader leet sück dör Bitten week maken un dör de kindlich Teken vun de Reue beschwichtigen. De Religion vun den gewöhnlichen Minschen weer offenkunnig infantil un wirklichkeitsfrömd.[77] De Jöögd würr den Glooven verleeren, sobald de Autorität vun den Vader bi hör tosommenbreeken dee. De allmächtige un gerechte Gott weer de grootoordige Sublimeeren vun den Vader un de Wedderherstellen vun de fröhkindlich Vörstellen vun hüm. De Religiosität weer up de lang anhollen Hülplosigkeit un Hülpbedürftigkeit vun dat lütt Kind torüchtoführen. De Trostlosigkeit vun dat Leven würr dör de regressiv Erneern vun de infantilen Schuulmächte geleugnet. Religion würr dormit aber ok en Schuul gegen neurotische Erkrankungen beeden. De nich glööven Minsch müss mit den Öllernkomplex alleen fardig wurrn.[78]

Humanismus un soziale Fraag

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Karl Marx, Kommunist und atheistischer Humanist

All Platon harr dat Privateegendom as Träe in de Unfreeheit minn schätzt un hüm in sien Hööftwark Politeia de Utopie vun en Gödergemeenschap entgegenhollen, dissen Gedanken in sien Öllerswark Nomoi allerdings weer bannig afswächt un de Swoorpunkt vun sien Betrachten up en gerechte Verdeelen vun de Göder leggt. Um goot to ween bruuk de Seele kien Privateeegendom. In de hierarchisch Oordnung vun de Göder steiht för Platon de Idee vun dat Goode an böverste Stäe. So verklort he bispeelslwies för den Stand vun de Wächter in' Staat:

Zitat: Fürs erste soll keiner irgend etwas als sein Eigentum besitzen, wofern es nicht ganz notwendig ist, sodann soll keiner eine solche Wohnung und Vorratskammer haben, in die nicht jeder, der will, einträte, alles zum Leben Erforderliche aber, was besonnene und tapfere für den Krieg bestimmte Kämpfer bedürfen, sollen sie ratenweise von den übrigen Bürgern empfangen als Lohn des Bewachens, in solchem Maße, daß sie weder für das Jahr etwas übrig haben noch Mangel leiden, und sie sollen gemeinsame Mahlzeiten besuchen und, wie auf einem Feldzuge befindlich, gemeinschaftlich leben. Gold und Silber aber, soll man ihnen sagen, haben sie göttliches von Göttern immer in ihrer Seele und bedürfen des menschlichen nicht, auch sei es eine Sünde, den Besitz von jenem mit dem des sterblichen Goldes zu vermischen und zu besudeln.|Platon, Politeia[79]}}

Vun sozialistisch Siet wurr kritiseert, dass Humanismus en börgerlich Weltanschauung weer un kien Interesse för de soziale Fraag upbringen dee. Dat Proletariat bleev vun humanistisch Billen utslooten. Blots för en privilegeerte Minnerheit weer de Togang to Kultur un insbesünnere Literatur gewährleist. De Sellschop müss aktiv verännert wurrn, um glieker Billenschancen för all mögelk to maaken.[80] Karl Marx hett den Kommunismus mit en atheistischen Humanismus glieksett. De Kommunismus würr dat Privateegendom upheven, de Utdruck vun de minschlich Sülvstentfrömden weer. Der Kommunismus weer deshalb de

Zitat: […] wirkliche Aneignung des menschlichen Wesens durch und für den Menschen; darum als vollständige, bewußt und innerhalb des ganzen Reichtums der bisherigen Entwicklung gewordne Rückkehr des Menschen für sich als eines gesellschaftlichen, d. h. menschlichen Menschen. Dieser Kommunismus ist als vollendeter Naturalismus ≈ Humanismus, als vollendeter Humanismus ≈ Naturalismus, er ist die wahrhafte Auflösung des Widerstreites zwischen dem Menschen mit der Natur und mit dem Menschen, die wahre Auflösung des Streits zwischen Existenz und Wesen, zwischen Vergegenständlichung und Selbstbestätigung, zwischen Freiheit und Notwendigkeit, zwischen Individuum und Gattung.|Karl Marx[81]}}

In Anknütten an John Locke un Adam Smith wurrn in de Marktwertschap dat Privateegendum un de Pleonexia, nämlich dat „Mehr-Hemm-Willen“, nich grundsätzlich negativ bewert. De Pleonexia weer en Andrievskraft, de ünnernehmersche Kreativität, Waagemoot un Anstrengen stiegern de un so to en bedarfsgerechten Angebot an wettbewarfsbedingt kostengünstig Woren un Deenstleistungen, to Arbeitsplatzen un Stüerinnahmen un dormit toletzt to en Verbetern vun de allgemeen Levensverhältnisse führen de. Se weer deshalb för dat Gemeenwohl deenlich.[82] In de meest Sellschopen wurrd dat Privateegendom hüüd as en elementar Grundrecht garanteert, dat in en binneren Tosommenhang mit de Garantie vun de persönlich Freeheit vun den Minschen steiht.[83] De modern Sozialstaat versöcht, en gerechten sozialen Utgliek mit en komplex System ut Stüern, Sozialafgaben un Sozialleistungen herbitoführen.

  1. Teil: Die antiken und mittelalterlichen Quellen. ISBN 3-7705-1815-2.
  2. Teil: Philosophie, Bildung und Kunst. ISBN 3-7705-1816-0.

Enkeld Nahwiesen

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  1. Vgl. dorto Förster, Wolfgang: Humanismus. In: Hans J. Sandkühler u. a. (Hrsg.): Europäische Enzyklopädie zu Philosophie und Wissenschaften, Band 2, S. 560 ff.
  2. Förster, a. a. O., S. 560
  3. Vergl. utführlicher un in anner Formuleeren Fragment 49a DK, Översetten nah [[Wilhelm Capelle (Philoloog)|]]: Die Vorsokratiker. Kröner, Stuttgart 1968, S. 132
  4. Fragment 10 DK, Översetten nah Wilhelm Capelle: Die Vorsokratiker. Kröner, Stuttgart 1968, S. 132
  5. Ziteert nah Wilhelm Capelle: Die Vorsokratiker. Kröner, Stuttgart 1968, S. 327
  6. Protagoras hett den Homo-mensura-Satz sülvst woll primär erkenntnistheoretisch un nich individuell ethisch meent, mögelkerwies aber kollektivistisch ethisch in den Sinn, dat de Minschen vun en Polis gemeensam entscheeden, wat bi hör gellen sall. „Aller Dinge Maat is de Minsch“ führt in de Konsequenz gliekwohl to en Relativismus in de Ethik. Vgl. dazu un to dat Opdecken vun den Relativismus: Thomas A. Szlezák, Was Europa den Griechen verdankt, 2010, dor besünners Siet 169 f.
  7. Heinrich Dörrie: Paideia. In: Der Kleine Pauly (KlP). Band 4, Stuttgart 1972, Sp. 408.
  8. Friedrich Klingner: Humanität und Humanitas, in: Römische Geisteswelt. Reclam, Stuttgart 1979, S. 728 f.
  9. Pindar, Pythien 8.92-97; ziteert nah Thomas A. Szlezák, Was Europa den Griechen verdankt, 2010, S. 130
  10. Wolfgang Schadewaldt, Der Gott von Delphi und die Humanitätsidee, Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1975, S. 25
  11. Platon, Euthyphron, 12d
  12. Platon, Nomoi 4, 716c
  13. Vgl. Dorto ok Didaktik bi de Universität Jena: Vormoderne Fassungen des Bildungsbegriffs
  14. En bedüüden Bidrag dorto weer de Gedanke, dat dat Glieke ok gliek to behanneln is, vgl. Aristoteles, Nicomachische Ethik, V.3. 1131a10-b15. De Anfänge för de Idee vun de Gliekheit vun all Minschen finnen sück aber woll all in den demokraatschen Flögel vun de Sophistik, vgl. Förster, a.a.O., S. 560
  15. Vgl. dorto Johannes Christes, Cicero und der römische Humanismus, Antrittsvörlesen van' 24. Januar 1995. Christes sülvst faat tosommen: „Kann man nach allem überhaupt von einem römischen Humanismus reden? Ich meine, man darf das bejahen und begründe es so: Wenn Menschenbild und Humanismus in Korrelation stehen, so wird die je anders gewichtete Ausprägung verständlich. Scipio und Cicero sehen den Menschen als Glied eines Gemeinwesens; aber der Adlige und der homo novus unterscheiden sich darin, daß für den einen die Ethik, für den anderen das intellektuelle Bildungserlebnis im Vordergrund steht. Für Seneca steht eine im Vergleich zu Scipio noch vertiefte Sicht der ethischen Dimension des Menschen im Mittelpunkt. Aber im Unterschied zu Scipio wie Cicero geht es ihm um den Menschen als Menschen und um die Verwirklichung individuellen Menschseins. Allen Repräsentanten des römischen Humanismus aber ist gemeinsam, daß sie durch die Schule griechischer Bildung gegangen sind“. As PDF online a.a.O. S. 26 bzw. druckt in: Stiftung „Humanismus heute“ (Hrsg.), Humanismus in Europa, 1998, S. 72
  16. Lumen is en Lucht, en Leuchte, de to kloor Insicht helpen deiht, uphellen Kloorheit vun den Geist, erleuchtende, uphellende, kloore Insicht, dat lüchten Vörbild, de Glanzsiet, de Glanzpunkt, Strahl, de glanzverbreeden Zieraad. Vgl. Karl Ernst Georges, Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch, Nahdruck Darmstadt 1998, Band 2, Sp. 723-725. De översett mit: „hett kien glänzenden Vertreder in de latiensch Literatur“.
  17. Marcus Tullius Cicero, Tusculanae disputationes 1,5
  18. Cicero, De oratore 1,46–48; 147–262; 3,56–90
  19. Cicero, Pro Archia 3
  20. Karl Büchner: Humanitas. In: Der Kleine Pauly (KlP). Band 2, Stuttgart 1967, Sp. 1241–1244.
  21. Friedrich Klingner: Humanität und Humanitas, in: Römische Geisteswelt. Reclam, Stuttgart 1979, S. 719 f.
  22. Friedrich Klingner: Humanität und Humanitas, in: Römische Geisteswelt, Reclam, Stuttgart 1979, S. 722
  23. Marcus Tullius Cicero, Pro Sext. Roscio Amerino, 154
  24. Hellfried Dahlmann, Römertum und Humanismus, in: Studium Generale 1, 1948, S. 81
  25. Vgl. Ralph-Johannes Lilie: Geschichte des oströmischen Reiches, C.H.Beck, München 5. Uplaag. 2010
  26. Vgl. Manfred Fuhrmann, Bildung. Europas kulturelle Identität, Reclam, Stuttgart 2002, Seite 20
  27. Olaf Meynersen, Humanismus als immer wiederkehrendes europäisches Kulturprinzip, in: Gymnasium 101 (1994), S. 148 ff. mit Zitaten ut Originalen vun dat Archivio di Stato, Florenz, un de Biblioteca Communale di Cesena
  28. Friedrich Klingner: Humanität und Humanitas, in: Römische Geisteswelt. Reclam, Stuttgart 1979, S. 716
  29. Vgl. Clemens Menze, Art. Humanismus; Humanität, in: HWPh Bd. 3, 1974, Sp. 1218
  30. Johann Gottfried Herder, Briefe zur Beförderung der Humanität, in: Geschichtsphilosophische Werke, S. 470
  31. Friedrich Klingner: Humanität und Humanitas, in: Römische Geisteswelt. Reclam, Stuttgart 1979, S. 707
  32. Immanuel Kant, Vorarbeiten und Nachträge. Reimer, Berlin 1969, S. 409
  33. Immanuel Kant, Schriften zur Anthropologie, Geschichtsphilosophie, Politik und Pädagogik. 2. Deel, Darmstadt 1981, S. 697 ff.
  34. Manfred Fuhrmann, Bildung. Europas kulturelle Identität, Reclam, Stuttgart 2002, Siet 28
  35. Johann Wolfgang von Goethe, Sämtliche Werke nach Epochen seines Schaffens. Münchener Ausgabe, Bd 4.1, 1988, S. 709
  36. Eduard Spranger, Der gegenwärtige Stand der Geisteswissenschaften und die Schule, (1922), 2. Uplaag Leipzig 1925, S. 7
  37. Werner Jaeger, Humanistische Reden und Vorträge, Berlin 1960; derselbe, Paideia, Berlin 1933 bis 1947
  38. Werner Jaeger: Begabung und Studium, in: Neue Jahrbücher für das Klassische Altertum, Geschichte und Deutsche Literatur und für Pädagogik, 40 (1917), S. 280
  39. Horst Rüdiger: Der Dritte Humanismus (1937), in: Hans Oppermann (Hrsg.), Humanismus. WBG, Wege der Forschung Bd. XVII, Darmstadt 1970, S. 211; Paul Richard Blum, Art. Humanismus, in: Enzyklopädie Philosophie, Meiner 1999, S. 568, snackt vun en intüschen korrigeert, idealiseert Bild vun de antike Utbillenspraxis.
  40. Helmuth Plessner, Gesammelte Schriften, Band 5, Frankfort an' Main 2003, S. 163, ISBN 978-3-518-29231-0
  41. Vgl. Helmuth Plessner, Gesammelte Schriften Band 5, Frankfort an’ Main 2003, S. 161
  42. Jean-Paul Sartre, Der Existentialismus ist ein Humanismus, in: Gesammelte Werke, Band 4. rororo, Reinbek 1994, S. 141
  43. Martin Heidegger, Über den Humanismus, 10. Uplaag, Frankfort 2000
  44. Martin Heidegger, Über den Humanismus, 10. Uplaag, Frankfort 2000, S. 22
  45. Peter Sloterdijk, Regeln für den Menschenpark. Ein Antwortschreiben zu Heideggers Brief über den Humanismus, Frankfort an' Main 1999, S. 32 ff.
  46. Erich Fromm: Humanismus als reale Utopie. Ullstein, Berlin 2005, S. 65 f.
  47. Erich Fromm: Humanismus als reale Utopie. Ullstein, Berlin 2005, S. 92
  48. Erich Fromm: Humanismus als reale Utopie. Ullstein, Berlin 2005, S. 116 f.
  49. Vgl. Michel Foucault, Die Ordnung der Dinge, 1974, S. 462
  50. Michel Foucault, Von der Subversion des Wissens, 1974, S.114
  51. Michel Foucault, Von der Subversion des Wissens, 1974, S. 30
  52. Michel Foucault, in: La Quinzaine litteraire, Nr. 5,1966
  53. Gustav Radbruch: Gesetzliches Unrecht und übergesetzliches Recht. In: Ders.: Rechtsphilosophie. Studienutgaav herutgeven vun Ralf Dreier un Stanley L. Paulson. C. F. Müller, 2. Uplaag, Heidelbarg 2003, S. 211 ff.
  54. Philip G. Zimbardo, Psychologie, 1992, S. 415
  55. Insowiet wurrd en Konflikt sehn tüschen den heteronomen un den autonomen Humanismus. Vgl. Adam Schaff, Humanismus, Sprachphilosophie, Erkenntnistheorie des Marxismus, Wien 1975, S. 160
  56. Vgl. dorto Christoph Schulte, Noachidische Gebote und Naturrecht. Ein Beispiel für die Verteidigung des Universalismus aus den Quellen des Judentums, in: Richard Faber, Enno Rudolph (Hrsg.), Humanismus in Geschichte und Gegenwart, Mohr-Siebeck, Tübingen 2002, S. 141 ff.
  57. Leo Baeck, Das Wesen des Judentums, 4. Uplaag, 1925 S. 219
  58. Vgl. Leo Baeck, Das Wesen des Judentums, 4. Uplaag, 1925 S. 220
  59. Babylonischer Talmud, Traktat bSanhedrin 56a/b; vgl. Tosefta Aboda Zara 8.4
  60. Klaus Müller, Tora für die Völker. Die noachidischen Gebote und Ansätze zu ihrer Rezeption im Christentum (SKI 15), Berlin 1994, S. 79
  61. Hermann Cohen, Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentum, Berlin 1919, Nahdruck Dreieich 1978, S. 142 f.
  62. Beid Gebote sünd all in dat Olt Testament to finnen: 5. Book Mose 6|5 un dart Book Mose 19|18). Vgl. ok baben Afsnitt Jodendom, dat Olt Testament stimmt mit de Hebrääsch Bibel, den Tanach, wietgahnd överin.
  63. Werner Jaeger, Paideia Christi, in: Ders., Humanistische Reden und Vorträge, de Gruyter, 1960, S. 250 ff.
  64. Kaspar Elm, Antiklerikalismus im deutschen Mittelalter, in: Peter A. Dykema un Heiko A. Oberman (Hrsg.), Anticlericalism in late medieval and early modern Europe, Leiden 1993, S. 5 ff.
  65. Utführlich to Melanchton sien Verhältnis to'n Humanismus Wilhelm Maurer, Der junge Melanchthon zwischen Humanismus und Reformation, Bd. 1., Der Humanist, Chöttingen 1967, Nahdruck as eenbandig Studienutgaav Chöttingen 1996. To de neere Literatur vgl. Siegfried Wiedenhofer, Formalstrukturen humanistischer und reformatorischer Theologie bei Philipp Melanchthon I-II (= Regensburger Studien zur Theologie 2), Bern u. a. 1976; Stefan Rhein, „Italia magistra orbis terrarum“. Melanchthon und der italienische Humanismus, in: Michael Beyer u. a. (Hrsg.), Humanismus und Wittenberger Reformation. Festgaav to'n Anlaat vun den 500. Gebortsdag vun den Praeceptor Germaniae Philipp Melanchthon an' 16. Februar 1997 (= FS Helmar Junghans), Leipzig 1996, S. 367-388, bes. S. 375 un S. 383; Peter Walter, Melanchthon und die Tradition der „studia humanitatis“, in: Zeitschrift für Kirchengeschichte 110 (1999), S. 191-208
  66. Johann Gottfried Herder, Briefe zur Beförderung der Humanität, Riga 1795, S. 568
  67. Jacques Maritain, L'Humanisme intégral, 1936
  68. Karl Barth, Humanismus, 1950, S. 21
  69. Rudolf Bultmann, Humanismus und Christentum, in: Ders., Glauben und Verstehen, 3. Bd., Mohr-Siebeck, Tübingen 1960, S. 61 ff.
  70. Anonymus: Lexikon der östlichen Weisheitslehren. Buddhismus, Hinduismus, Taoismus, Zen. Albatros, Düsseldörp 2005, S. 185 f.
  71. Daisaku Ikeda, Humanismus. Ein buddhistischer Entwurf für das 21. Jahrhundert, Darmstadt 2012
  72. David Hume, Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand, översett vun Raoul Richter, Meiner 2005, S. 9 f.; vgl. in't Original David Hume: An enquiry concerning human understanding, Hackett, Indianapolis 1995, S. 5 f: „But this obscurity in the profound and abstract philosophy, is objected to, not only as painful and fatiguing, but as the inevitable source of uncertainty and error. Here indeed lies the justest and most plausible objection against a considerable part of metaphysics, that they are not properly a science; but arise either from the fruitless efforts of human vanity, which would penetrate into subjects utterly inaccessible to the understanding, or from the craft of popular superstitions, which, being unable to defend themselves on fair ground, raise these intangling brambles to cover and protect their weakness. Chaced from the open country, these robbers fly into the forest, and lie in wait to break in upon every unguarded avenue of the mind, and overwhelm it with religious fears and prejudices. The stoutest antagonist, if he remit his watch a moment, is oppressed. And many, through cowardice and folly, open the gates to the enemies, and willingly receive them with reverence and submission, as their legal sovereigns. But is this a sufficient reason, why philosophers should desist from such researches, and leave superstition still in possession of her retreat? Is it not proper to draw an opposite conclusion, and perceive the necessity of carrying the war into the most secret recesses of the enemy? In vain do we hope, that men, from frequent disappointment, will at last abandon such airy sciences, and discover the proper province of human reason.“
  73. Vgl. Ludwig Feuerbach, Das Wesen des Christentums, 1841, in: Sämtliche Werke, Bd. 6, Stuttgart 1903, S. 41 und 222
  74. Ludwig Feuerbach, Das Wesen des Christentums, 1841, in: Sämtliche Werke, Bd. 6, Stuttgart 1903, Siet 228
  75. Karl Marx: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, Inleiden. (Fragment). In: Karl Marx, Friedrich Engels: Werke, Band 1, Berlin 1976, S. 378 ff.
  76. Sigmund Freud, Die Zukunft einer Illusion, Gesammelte Werke, Bd. XIV, 1968, S. 353
  77. Sigmund Freud, Das Unbehagen in der Kultur, Gesammelte Werke, Bd. XIV, 1968, S. 431 f.
  78. Vgl. Sigmund Freud: Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci (1910), in: Gesammelte Werke, Bd. VIII, 1943, S. 195
  79. Platon, Politeia, 3. Book, 416d f.
  80. Dat führ bispeelswies in de DDR to en vun de SED propageert stark Subventioneeren vun den Kulturbedriev, vgl. Bruno Gebhardt, Rolf Häfele: Handbuch der deutschen Geschichte, Bd. 22, 2001, S. 372; kiek ok Akademie der Wissenschaften der DDR u. a. (Hrsg.): Klassenkampf, Tradition, Sozialismus, 1974, S. 682: „Der Sozialismus verschafft den Werktätigen den Zugang zur Kultur und Wissenschaft und fördert ihre Talente und Fähigkeiten. Er bringt neue gesellschaftliche Beziehungen und eine neue, sozialistische Lebensweise der Volksmassen hervor.“
  81. Karl Marx: Ökonomisch-philosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844., in: MEW Bd. 40, S. 536
  82. John Locke, Zwei Abhandlungen über die Regierung, 1690, översett vun H.J.Hörmann, Frankfort am Main 1977, dor insbes. II, § 37; vgl. to'n Ganzen ok Otfried Höffe, Wirtschaftsbürger, Staatsbürger, Weltbürger. Politische Ethik im Zeitalter der Globalisierung, C.H.Beck, München 2004, S. 32 ff.
  83. Vgl. För Düütschland to'n Bispeel BVerfGE 24, 367 ff.: „Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG gewährleistet das Privateigentum sowohl als Rechtsinstitut wie auch in seiner konkreten Gestalt in der Hand des einzelnen Eigentümers. Das Eigentum ist ein elementares Grundrecht, das in einem inneren Zusammenhang mit der Garantie der persönlichen Freiheit steht. Ihm kommt im Gesamtgefüge der Grundrechte die Aufgabe zu, dem Träger des Grundrechts einen Freiheitsraum im vermögensrechtlichen Bereich sicherzustellen und ihm damit eine eigenverantwortliche Gestaltung des Lebens zu ermöglichen. Die Garantie des Eigentums als Rechtseinrichtung dient der Sicherung dieses Grundrechts. Das Grundrecht des Einzelnen setzt das Rechtsinstitut „Eigentum“ voraus; es wäre nicht wirksam gewährleistet, wenn der Gesetzgeber an die Stelle des Privateigentums etwas setzen könnte, was den Namen „Eigentum“ nicht mehr verdient.“