Abdulrazak Gurnah

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Abdulrazak Gurnah (2009)

Abdulrazak Gurnah (* 20. Dezember 1948 in dat Sultanat Sansibar) is en tansaansch Schriever, de in Grootbritannien leevt un arbeit un in engelsch Spraak schrifft. 2021 wurr hüm de Nobelpries för Literatur tospraaken.

Leven[ännern | Bornkood ännern]

Gurnah hörr to de muslimisch-arabischstämmig Minnerheit in Sansibar; sien Moderspraak is Swahili. 1968 keem he as Flüchtling nah Grootbritannien un hett tonächst an dat Christ Church College in Canterbury, studeert, de sien Afslüsse dormals vun de Universität London verleeht wurrn. Van 1980 bit 1982 lehrt Gurnah an de Bayero University Kano in Kano, Nigeria. Ansluutend gung he an de University of Kent, wo he 1982 sien Doktertitel kreeg un bit to sien Ruhestand[1] as Perfesser för Engelsch un postkoloniale Literaturen[2] lehren dee.[3]

Utteknungen[ännern | Bornkood ännern]

Wark[ännern | Bornkood ännern]

Pilgrims Way (1988)

In Düütschland wurr Abdulrazak Gurnah 2004 mit sien Roman Schwarz auf Weiß bekannt, de in Grootbritannien all 1988 ünner den Titel Pilgrims Way herutkommen weer. Gurnah hett in dissen Roman den indischstämmigen Tansanier Daud zum Protagonisten maakt, de to’n Studium nah England kummt un dor völfältig Diskrimineeren erfohren deiht. Daud reflekteert aber ok, wat he vör sien Weggang ut Tansania an Grufeligkeiten beleevt hett: de Verdieven vun de Araber un Inder dör de swaart Bevölkerung. Gurnah erschafft in Schwarz auf Weiß ok en negativen Gegenspeler, Karte, an den he vörführt, dat dat ok en Rassismus tegenöver de Witten gifft.

Heinz Hug beschienigt den Roman in de Neuen Zürcher Zeitung, dat he „über das Schema vieler Emigrantenromane hinaus(führe), die die Auswanderer als bloße Opfer betrachten. Das Fehlen jeder Ideologie im Verhältnis von Kolonisierten und Kolonialherren und die differenzierte Sicht auf die Fragen der Emigration machen ‚Schwarz auf Weiß‘ zu einem überaus lesenswerten Werk“.[6] Ok in wiederen Romanen vun Gurnah is de Karn vun sien Schrieven de Fraag nah de Identität, so Heinz Hug. Dorbi stell he „Identität- und Alteritätsmodelle zur Diskussion, die sich unter vorkolonialen und kolonialen Bedingungen entwickelten: einerseits eine statische Auffassung von Identität, die im Fremden das ganz Andere sieht, und andererseits die Vorstellung, dass zwischen dem Selbst und dem Anderen etwas in Bewegung geraten kann“.[7]

Ton’n Tietpunkt vun de Tospreeken vun den Nobelpries weer kein een vun sien fief in Düütsch översett Titel nich mehr in den Bookhannel to kriegen. [8] De Romane vun Gurnah wurrn vun Helmuth A. Niederle, Stefanie Schaffer-de Vries, Inge Leipold as ok Thomas Brückner ut dat Engelsche in’t Düütsche översett.

Warken[ännern | Bornkood ännern]

Romane[ännern | Bornkood ännern]

Paradise (1994)

Körtgeschichten[ännern | Bornkood ännern]

  • My Mother Lived on a Farm in Africa. in: NW 14: The Anthology of New Writing 14, Granta Books, London 2006, ISBN 978-1-862-07850-5.
  • The arriver's tale, in: David Herd, Anna Pincus (Hrsg.): Refugee tales. Comma Press, Manchester 2016, ISBN 978-1-910974-23-0, S. 35–40

Herutgeverschap[ännern | Bornkood ännern]

Literatur[ännern | Bornkood ännern]

  • Manfred Loimeier: Wortwechsel. Gespräche und Interviews mit Autoren aus Schwarzafrika. Horlemann, Bad Honnef 2002, ISBN 3-89502-151-2, S. 93–99.
  • Manfred Loimeier: Gurnah, Abdulrazak, in: Axel Ruckaberle (Hrsg.): Metzler Lexikon Weltliteratur. 1000 Autoren von der Antike bis zur Gegenwart. Metzler, Stuttgart 2006, ISBN 3-476-02093-2, S. 82f.[9]
  • Philip Whyte: East Africa in Postcolonial Fiction: History and Stories in Abdulrazak Gurnah’s Paradise, in: Stefan Noack, Christine de Gemeaux u. Uwe Puschner: Deutsch-Ostafrika. Dynamiken europäischer Kulturkontakte und Erfahrungshorizonte im kolonialen Raum (Zivilisationen und Geschichte, Bd. 57), Peter Lang, Berlin 2019, S. 251–270.

Weblinks[ännern | Bornkood ännern]

Enkeld Nahwiesen[ännern | Bornkood ännern]

  1. BR24 Redaktion: Literaturnobelpreis 2021 geht an Abdulrazak Gurnah. In: BR24.de. Bayerischer Rundfunk, 7. Oktober 2021, afropen an’n 7. Oktober 2021.
  2. Literaturnobelpreis geht an Abdulrazak Gurnah, boersenblatt.net, veröffentlicht un afropen an’n 7. Oktober 2021.
  3. Saubere Tassen. Ostafrikanische Autoren im Hessischen Literaturforum in FAZ van’n 26. Februar 2011, Siet 51
  4. Abdulrazak Gurnah. Afropen an’n 7. Oktober 2021 (brietsch Engelsch).
  5. The Nobelprize Abdulrazak Gurnah Facts, afropen an’n 7. Oktober 2021
  6. Heinz Hug: Emigration als Pilgerreise in: Neue Zürcher Zeitung van’n 30. August 2005
  7. Heinz Hug: Geschichte und Identität, in: Neue Zürcher Zeitung van’n 20. Januar 2007, S. 27
  8. „Er vermeidet einfache Urteile und Lösungen“. Gespräch mit Thomas Brückner bi den Bayerischen Rundfunk, 8. Oktober 2021.
  9. Profil von Abdulrazak Gurnah, afropen an’n 7. Oktober 2021.