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Friedrich Nietzsche

Vun Wikipedia
Friedrich Nietzsche
Friedrich Nietzsche, fotografiert von Friedrich Hermann Hartmann (ca. 1875)
Personen-Informatschoonen
Boortsdag 15. Oktober 1844
Boortsstell Philosooph
Doodsdag 25. August 1900
Doodsstell Weimar
Natschoonalität düütsch
Arbeid Philosoph, Philoloog


Friedrich Nietzsche ([ˈniːtʃə] [ˈniːtsʃə];[1] 15. Oktober 1844 in Röcken, Provinz Sassen, Preußen; † 25. August 1900 in Weimar, Sassen-Weimar-Iesenack, Düütsch Riek) was een düütschen klassischen Philologen un Philosophen. Nietzsche sien Denken un ook sien Stil gung över de Munster betherto weg un was eerst swaar in ene klassische Disziplin intoornen. Vandage geld he as Begrünner van ene niege pilosoophsche Schole, de Levensphilosophie.

Met 24 Jaren kreeg bereep de Universität Basel Nietzsche as Profesorus extraordinarius för klassische Philologie. Eerst was he preußschen Staatsbörger, man nadem dat he in Swiez trocken was, worde he 1869, as he sik sülvenst wünscht hadde, statenloos. Al tein Jaren later gav he wegen siene Gesundheid de Professur up. Nu reise he – up Söök na enen Klima, dat siene verscheden Lieden un Krankheiden millern könne – besunners na Italien un de Swiez. Van sienen 45. Levensjaar (1889) an leed he he unner jümmerto swarer psychschen Stöörnissen, so dat he nich länger arbeiden kunn un unmünnig worde. Siene Beröömtheid, de in’n 1890er Jaren begunn, kreeg he nich meer bewusst mit. Den Rest van sienen Leven brochte he in Plege to, eerst bi siene Modder, denn bi siene Süster, un is 1900 in’n Öller van 55 Jaren doodbleven. De Anname, dat he an den laten Folgen van de Syphilis storven is, bleev good 100 Jare lang bestaan.[2] Läter kemen man Twievel an düsse Verdachtsdiagnose up.[3] Vandage is een sik vermoden, dat ene Krankheid as CADASIL justso de Grund psychschen Stöörnisse in Nietzsche sienen laten Leven sien köönt.[4]

Up den jungen Nietzsche maak sunnerlik Schopenhauer siene Philosophie groten Indruck. Läter wenne he sik van Schopenhauer sienen Pessimismus af. Sien Wark is ene scharp Kritik an Ethik, Religioon, Philosophie, Wetenschop un Kunst. De Kultuur in siene Tied hadde in sienen Ogen nich de lieke Levenskraft as de Kultuur bi’n olen Greken. Jümmers wedder greep Nietzsche de christlike Moraal un platoonsche Metaphysik an. He stelle de Waarheid allgemeen in Frage un was so ook ene Grundlage för de postmoderne Philosophie. Ook Nietzsche siene Konzepte as de Übermensch (plattdüütsch „Överminsch“) de Willen zur Macht (plattdüütsch „Willen to de Macht“) un de ewige Wiederkunft (plattdüütsch „ewige Wedderkumst“) geevt ook vandage noch Mööglikheiden för Interpretatschonen un Diskusschonen.

Nietzsche het kene systemaatsche Philosophie schapen. Siene Gedanken vertelle he faken as Aphorismen. Siene Prosa, siene Dichtwarken un de patheetsch-dichtersche Stil van Also sprach Zarathustra geven em ook Lov as Schriever.

Na sienen Dood, begunn siene Söster Elisabeth Förster-Nietzsche siene Manuskripten ruut to bringen. Daar veränner se de Schriften bi, dat se to eer egen düütsche ultranatschonalistsche Ideologie passt, wat faken gegen Nietzsche siene Ansichten gung, de in sienen Wark gegen Natschonalismus un Antisemitismus uutsproken hadde. Wegen Elisabeth eer Uutgaven maken Nietzsche enen wichtigen Denker för den Faschismus un Natschonaalsotschalismus. Philosophen Walter Kaufmann, R. J. Hollingdale un Georges Bataille verdeffenderen Nietzsche un brochten korrekte Uutgaven van sienen Wark ruut. Nietzsche siene Ideen kemen in’n 1960-er jaren wedder up un nemen groten Inflood up Denker in’n 20. un 21. Jhd. – sunnerlik up den Existentschalismus, Postmodernismus un Poststrukturalismus, man ook up Kunst, Literatuur, Musik, Dichterie, Politik un Populärkultuur.

Philoloogsche Warke

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  • Zur Geschichte der Theognideischen Spruchsammlung. 1867.
  • De Laertii Diogenis fontibus. 1868/69.
  • Homer und die klassische Philologie. 1869.
  • Analecta Laertiana. 1870.
  • Der florentinische Tractat über Homer und Hesiod. 1870 (kiek ook bi: Certamen Homeri et Hesiodi).
  • Das griechische Musikdrama. 1870 (Kritische Studienausgabe (KSA) I, 513–549)

Philosophsche Warken, Dichtwark un Autobiografie

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  • Fünf Vorreden zu fünf ungeschriebenen Büchern. 1872 KSA 1:
    • I. Über das Pathos der Wahrheit.
    • II. Gedanken über die Zukunft unserer Bildungsanstalten.
    • III. Der griechische Staat.
    • IV. Das Verhältnis der Schopenhauerischen Philosophie zu einer deutschen Cultur.
    • V. Homers Wettkampf.
  • Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik. 1872 KSA 1.
  • Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne. 1873 KSA 1.
  • Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen. 1873 KSA 1.
  • Unzeitgemäße Betrachtungen. 1873–1876 KSA 1.
    • David Strauß, der Bekenner und der Schriftsteller. 1873.
    • Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben. 1874.
    • Schopenhauer als Erzieher. 1874.
    • Richard Wagner in Bayreuth. 1876.
  • Menschliches, Allzumenschliches – Ein Buch für freie Geister., 1878–1880 KSA 2
  • Der Wanderer und sein Schatten 1880
  • Morgenröte. Gedanken über die moralischen Vorurteile. 1881 KSA 3.
  • Idyllen aus Messina. 1882 KSA 3.
  • Die fröhliche Wissenschaft („la gaya scienza“). 1882 KSA 3.
  • Also sprach Zarathustra – Ein Buch für Alle und Keinen. 1883–1885 KSA 4.
  • Jenseits von Gut und Böse – Vorspiel einer Philosophie der Zukunft. 1886 KSA 5.
  • Zur Genealogie der Moral – Eine Streitschrift. 1887 KSA 5.
  • Der Fall Wagner – Ein Musikanten-Problem. 1888 KSA 6.
  • Dionysos-Dithyramben. 1889 KSA 6.
  • Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert. 1889 KSA 6.
  • Der Antichrist – Fluch auf das Christentum. 1895 KSA 6.
  • Nietzsche contra Wagner. 1895 KSA 6.
  • Ecce homo – Wie man wird, was man ist. (1888) 1908 KSA 6.

Lyrik (Selektschoon)

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  • Ecce homo (Ja, ich weiß, woher ich stamme).
  • „Mein Glück!“ Die Tauben von San Marco seh ich wieder.
  • Vereinsamt (Die Krähen schrein und ziehen schwirren Flugs zur Stadt).
  • Der geheimnisvolle Nachen (Gestern nachts, als alles schlief).
  • Das trunkene Lied (O Mensch! Gib acht!).
  • Venedig (An der Brücke stand jüngst ich in brauner Nacht).[5]

Nettverwiese

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Friedrich Nietzsche. Mehr Biller, Videos oder Audiodateien to’t Thema gifft dat bi Wikimedia Commons.
Op Wikiquote gifft dat Zitaten to, över oder vun „Friedrich Nietzsche“ (hoochdüütsch).
Bi’n Wikiborn gifft dat Originalschriften över dat Thema oder vun den Schriever: Friedrich Nietzsche (op hoochdüütsch).

Faksimile, Texte un Zitate

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Linksammlungen, Bibliografie und Untersuchungen

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  1. Duden. Das Aussprachewörterbuch. 7. Uplage. Bibliographisches Institut, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-04067-4, S. 633. (books.google.de)
  2. Gino Gschwend: Pathogramm von Nietzsche aus neurologischer Sicht. In: Schweizerische Ärztezeitung. Band 81, 2000, S. 45–48 (binnenetts)
  3. Geschichte der Medizin. Nietzsches Krankheit: Genie und Wahnsinn. In: Ärzteblatt. upropen den 6. November 2021.
  4. D. Hemelsoet, K. Hemelsoet, D. Devreese: The neurological illness of Friedrich Nietzsche. In: Acta neurologica Belgica. Band 108, Nummer 1, März 2008, S. 9–16, PMID 18575181.
  5. De Gedichte sind uut: Ernst Theodor Echtermeyer: Deutsche Gedichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Benno von Wiese, August Bagel Verlag, Düsseldörp 1960.