Max Brod

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Max Brod, 1914

Max Brod (* 27. Mai 1884 in Prag, dormols Öösterriek-Ungarn; † 20. Dezember 1968 in Tel Aviv) weer en Schriever, Theater- un Musikkritiker. He schreev in düütsche Spraak. To siene Tied is he veel lesen wurrn, man hüdigendags scheert sik de Lüde nich mehr groot um sien Wark. He hett dor as Rutgever un Utlegger bannig to bidragen, datt den Schriever Franz Kafka siene Warke nich verloren gahn sünd. Bovenhen hett he de Komponisten Leoš Janáček un Jaromír Weinberger Stütt un Stöhn geven un hett den Dichter un Schriever Franz Werfel entdeckt.

Leven[ännern | Bornkood ännern]

Max Brod is boren wurrn in Prag as Söhn vun en Bankbeamten. Vun siene Mudder is man bloß bekannt, datt se psychische Proleme harrt hebben scholl. Dat sütt so ut, as wenn dat en Depreschoon ween hebben konn. Vadder un Mudder weern grote Frünnen vun de Oper. Max Brod, sien Broder Otto Brod (* 6. Juli 1888 in Prag, † Oktober 1944 in Auschwitz)[1] un siene Suster Sophie sünd in Prag upwussen in kultiveert borgerliche Atmosphäre.

Max Brod hett hett dat Stefan-Gymnasium in Prag afslaten un achternah an de Karl-Ferdinands-Universität in Prag up Afkaat studeert. 1907 is he dor to’n Dokter in de Rechtswetenschoppen promoveert wurrn (Dr. jur.).

In siene Studententied hett he an’n 23. Oktober 1902 in de „Lese- und Redehalle der deutschen Studenten“ in Prag Franz Kafka drapen. De hett dor en Vordrag over Arthur Schopenhauer holen. De beiden sünd ehr Leven lang Frünnen bleven.

Kafka weer fökener as Gast in Brod sien Ollernhuus un hett dor 1912 siene latere Verlote Felice Bauer kennen lehrt. De weer en Cousine vun Brod sien Swager Max Friedmann.

Na siene Promotschoon 1907 is Brod toeerst Justiz-, Finanz-, Post- un Versekerungsbeamten wurrn. Later hett he as Theater- un Musikkritiker un denn as Redakteur for dat Feuilleton bi dat „Prager Tagblatt“ arbeit‘. He is 1939 na Palästina utwannert un is dor bit to sien Dood in dat Johr 1968 as Dramaturen an dat Habimahl-Theater in Tel Aviv togange ween.

Wie sien Loop as Schriever losgung[ännern | Bornkood ännern]

De Verlag un siene Autoren. Gedenktafel in Leipzig

As he 24 Johre oold weer, hett Brod al sien veert Book rutbrocht. Dat weer de Roman „Schloß Nornepygge“. Sunnerlich in den Krink vun de Berliner Literatur is dat as en groot Wark vun den Expressionismus fiert wurrn. Vun dor af an, un ok dör annere Warke, de achternah kemen, is Brod en bekannte Persönlichkeit in de Literatur in düütsche Spraken wurrn. He hett dat ok schafft, annere Schrievers un Musikers bekannt to maken. Dor höör ok Franz Werfel to. He hett em mit en Gedichtlesung al 1910 in Berlin bekannt maakt. Later hett he sik avers en Tied lang mit em in’e Plünnen harrt, as Werfel bigung un sik vun dat Jodendom losmaakt hett un sik for dat Christendom intresseern dö. Ok mit den Publizisten un Schriever Karl Kraus hett Brod sik vertöörnt, as de vun den jöödschen Gloven na de Röömsch-kathoolsche Karken overtreden weer. Max Brod sülms weer in de Johre vor den Eersten Weltkrieg to en bewussten Anhänger vun dat Jodendom un to en aktiven Zionisten wurrn. Vörher harr he dor gor nich so veel vun weten wullt. He verstunn Joden sunnerlich as Lüde, de to en „Raass un Herkumst“ to to reken weern. Vundeswegen weer he dor stracks gegen, wenn se sik anpassen döen an de Mehrheitskultur oder wenn se Lüde mit en annere Herkumst freen döen.[2] Siene Warke hett he vun 1912 af an in den Kurt Wolff Verlag rutbrocht.

Na den Eersten Weltkrieg[ännern | Bornkood ännern]

As de Monarkie Öösterriek-Ungarn na den Eersten Weltkrieg ut’neenfullen is un, as een vun de Nafolgestaten, de Tschechoslowakei tostanne kamen weer, is Brod Viezpräsident vun’n Jöödschen Natschonalraat wurrn. He geev siene Arbeit as Beamten bi de Post in Prag up un weer togange as Kunstkritiker un freen Autor. In Düütschland harr em de NSDAP al 1933 up ehre List vun de verbaden Schrievers in de Tied vun den Natschonalsozialismus upnahmen un siene Böker sünd al 1933 verbrennt wurrn (List vun de verbrennten Böker vun 1933). As Redakteur vun dat „Prager Tagblatt“ hett he tahlrieke Schriften un Artikels vun düütsche Schrievers ut dat Exil annahmen, ofschoonst he wüss, datt he de nich al rutbringen konn. Man dat Honorar wurr bar utbetahlt un, wenn dat man ok lüttje Bedräge weern, weer dat for veel Emigranten en grote Hölp. An’n lesten Avend, ehr de Düütschen an’n 15. März 1939 in Prag inmarscheert sünd, is he, tohopen mit Felix Weltsch, in’n lesten freen Flüchtlingstog emigreert na Palästina.

1939 bit to’n Dood[ännern | Bornkood ännern]

Max Brod hett sik unner den Indruck vun Martin Buber al fröh an den Zionismus anslaten. Neven sien jöödschen Gloven un de Politik vun de Natschoonalsozialisten weer dat een vun de Grünn, worüm he 1939 na Palästina gung.

Max Brod (rechts) mit Speelbasen vun de Habimah, 1942

Sien Broder, de Schriever Otto Brod (* 1888), is 1942 na dat KZ Theresienstadt henbrocht wurrn. Vun dor ut keem he 1944 na dat Auschwitz, wo he in de Gaskamer an’e Siet brocht wurrn is. As Brod na den Krieg vun düsse Saak höört hett, fung he an un befaat sik wedder mit Fragen vun de Theologie. Sunnerlich mit de Fragen: „Blifft de Seele an’t Leven, ok wenn dat Lief starven mutt? un: „Wie passt dat Lieden in de Welt tosamen mit den Gloven an en allmächtigen un jummers goden Gott?“ hett he sik ut’neen sett.

Brod in dat Johr 1965

Vun 1938 bit 1947 hett Max Brod meist nix rutgahn laten. He hett dor keen Kraft for harrt vunwegen den Tweden Weltkrieg un den Dood vun siene Fro 1942. In Tel Aviv hett Max Brod leevt un arbeit bit to sien Dood 1968. He weer dor togange as freen Autor, Journalisten un Dramaturgen an dat Natschonaltheater.

Utteeknung[ännern | Bornkood ännern]

1965 hett Max Brod de Ehrengaav vun de Heinrich-Heine-Gesellschaft e.V. in Düsseldorp kregen un 1973 is in Wien-Hernals de Max-Brod-Gasse na em benömmt wurrn.

Warke (Utwahl)[ännern | Bornkood ännern]

Literaarsche Schriften[ännern | Bornkood ännern]

  • Tod den Toten (Novellen) (1906)
  • Schloss Nornepygge. Roman 1908
  • Ein tschechisches Dienstmädchen (Roman) (1909)
  • Die Erziehung zur Hetäre (Novellen) (1909)
  • Jüdinnen (Roman) (1911)
  • Weiberwirtschaft. Novellen 1913; darin: August Nachreiters Attentat (auch als Einzeldruck 1921; wieder in: Neue deutsche Erzähler Bd. 1 (Max Brod u.a.) Paul Franke, Berlin o.J. (1930)
  • Anschauung und Begriff (zusammen mit Felix Weltsch) (1913)
  • Die Höhe des Gefühls (Gedichte) (1913)
  • Ein Kampf um Wahrheit (Romantrilogie)
    • Tycho Brahes Weg zu Gott (1915)
    • Reubeni, Fürst der Juden (1925)
    • Galilei in Gefangenschaft (1948)
  • Das große Wagnis. Roman. Wolff, Leipzig 1918
  • Leben mit einer Göttin (1923), Kurt Wolff Verlag
  • Die Frau, nach der man sich sehnt (Roman) (1927)
  • Die Frau, die nicht enttäuscht (1934)
  • Heinrich Heine (Biographie) (1935) bei Allert de Lange/Amsterdam
  • Novellen aus Böhmen (1936)
  • Annerl (1937)
  • Unambo (1949) (Roman aus dem jüdisch-arabischen Krieg)
  • Der Meister (1952) (Christus-Roman)
  • Beinahe ein Vorzugsschüler oder Piece touchee (1952)
  • Das Schloß, Drama nach Franz Kafka (1953)
  • Armer Cicero (1955)
  • Rebellische Herzen (1957)
  • Prager Tagblatt (1957) (Roman einer Redaktion)
  • Mira (1958) (Roman um Hofmannsthal)
  • Jugend im Nebel (1959)
  • Streitbares Leben (1960) (autobiographische Schrift)
  • Die Rosenkoralle. Ein Prager Roman. (1961)
  • Die verkaufte Braut. Der abenteuerliche Lebensroman des Textdichters Karel Sabina Bechtle, München / Esslingen 1962

Anners wat[ännern | Bornkood ännern]

  • Über die Schönheit häßlicher Bilder (1913)
  • Heidentum, Christentum und Judentum (1921)
  • Sternenhimmel. Musik- und Theatererlebnisse (1923)
  • Leos Janácek. Leben und Werk (1925)
  • Heinrich Heine (1934) (Biographie)
  • Rassentheorie und Judentum. Mit einem Anhang über den Nationalhumanismus von F. Weltsch (1936)
  • Franz Kafka (1937, erweitert 1954)
  • Diesseits und Jenseits (2 Bände):
    • Von der Krisis der Seelen und vom Weltbildes der neuen Naturwissenschaft (1946)
    • Von der Unsterblichkeit der Seele, der Gerechtigkeit Gottes und einer neuen Politik (1947)
  • Israels Musik (1951)
  • Streitbares Leben (Autobiographie) (1960)
  • Johannes Reuchlin und sein Kampf (1965)
  • Der Prager Kreis (1966)

Over Franz Kafka[ännern | Bornkood ännern]

  • Der Dichter Franz Kafka (1921)
  • Franz Kafkas Nachlass (1924)
  • Franz Kafka und Max Brod in ihren Doppelberufen (1927)
  • Franz Kafkas Grunderlebnis (1931)
  • Aus Franz Kafkas Kindertagen (1937)
  • Franz Kafkas Glaubensposition (1937)
  • Franz Kafka. Eine Biographie (1. Auflage 1937). (Es folgten weitere Auflagen mit erweitertem Umfang; Neuausgabe: Über Franz Kafka, Fischer, Frankfurt am Main 1974ff, ISBN 3-596-21496-3)
  • Das Jüdische in Franz Kafka (1947)
  • Franz Kafkas Glauben und Lehre (1948). Wiederveröffentlichung, erweitert um Vor- und Nachworte von Felix Weltsch und H.D. Zimmermann: onomato Verlag, Düsseldorf 2011, ISBN 978-3-939511-92-2.
  • Franz Kafka als wegweisende Gestalt (1951). Wiederveröffentlichung: onomato, Düsseldorf 2011, ISBN 978-3-942864-02-2.
  • Ermordung einer Puppe namens Franz Kafka (1952)
  • Verzweiflung und Erlösung im Werke Franz Kafkas (1959)

Libretti in düütsche Spraken[ännern | Bornkood ännern]

to Leoš Janáček siene Opern
to Hans Krása
to Manfred Gurlitt
  • Nana, Oper in 4 Akten (7 Bildern). Text nach dem gleichnamigen Roman von Émile Zola.

Musikkritiken in dat Prager Tagblatt[ännern | Bornkood ännern]

  • Janáček und andere. Essais 1924-1938. Herausgegeben von Robert Schmitt Scheubel. consassis.de, Berlin 2013, ISBN 978-3-937416-31-1.

Literatur[ännern | Bornkood ännern]

  • Johannes Urzidil: Goethe in Böhmen, Epstein, Wien / Leipzig 1932; 3. Auflage, Artemis, Zürich / München 1981, ISBN 3-7608-0251-6 (Seite 480 und 481 Textstelle zu Max Brod, * 1884, deutscher Dichter und Schriftsteller aus Prag).
  • Wilhelm Kosch: Deutsches Literatur-Lexikon. Biographisches und bibliographisches Handbuch, Band 2, 1969, mit weiteren Literaturhinweisen.
  • Hugo Gold: Max Brod. Ein Gedenkbuch, Tel Aviv, 1969
  • Bernd W. Wessling: Max Brod: Ein Porträt. Kohlhammer, Stuttgart, Berlin, Köln und Mainz 1969. Neuausgabe: Max Brod: Ein Porträt zum 100. Geburtstag. Bleicher, Gerlingen 1984, ISBN 3-88350-009-7.
  • Werner Kayser: Max Brod. Christians, Hamburg 1972 (= Hamburger Bibliographien, Band 12).
  • Heribert Sturm: Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder, herausgegeben im Auftrag des Collegium Carolinum (Institut), Band I, Oldenbourg, München / Wien 1979 ISBN 3-486-49491-0, Seite 147 und 148.
  • Margarita Pazi: Max Brod. Werk und Persönlichkeit, Bouvier, Bonn 1970, ISBN 3-416-00681-X (Zugleich Dissertation an der Universität Würzburg).
  • Margarita Pazi (Hrsg.): Max Brod 1884-1984. Untersuchungen zu Max Brods literarischen und philosophischen Schriften. Lang, New York, NY / Bern / Frankfurt am Main 1987, ISBN 0-8204-0571-X (Band zum Kongress in Jerusalem 1984, Texte deutsch und englisch).
  • Renate Lerperger: Max Brod. Talent nach vielen Seiten (Ausstellungskatalog) Wien, 1987
  • Schalom Ben-Chorin: Erinnerungen an Max Brod aus drei Jahrzehnten in: Zeitschrift für die Geschichte der Juden ZGDJ, 1969 Heft 1. Tel Aviv: Olamenu; S. 1 -10.
  • Claus-Ekkehard Bärsch: Max Brod im „Kampf um das Judentum“. Zum Leben und Werk eines deutsch-jüdischen Dichters aus Prag. Passagen-Verlag, Wien 1992, ISBN 3-85165-024-7.
  • Vörlaag:OeML
  • Paul Raabe: Zu Gast bei Max Brod. Eindrücke in Israel 1965; Hg. Niedersächsische Landesbibliothek. Hameln: Niemeyer 2004; ISBN 3-8271-8813-X (Reihe: Lesesaal, 13).
  • Volker Weidermann: Das Buch der verbrannten Bücher. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2008, ISBN 978-3-462-03962-7 (S. 126-129).
  • Gaelle Vassogne: Max Brod in Prag: Identität und Vermittlung. Conditio Judaica, Band 75. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2009; ISBN 978-3-484-65175-3.
  • Barbora Šrámková: Max Brod und die tschechische Kultur. Arco, Wuppertal 2010, Arco Wissenschaft Band 17; ISBN 978-3-938375-27-3.
  • Lorenzo Bellettini: Schritt aus dem Schatten. Max Brod als Schriftsteller wiederentdecken. In: Neue Zürcher Zeitung, 7. September 2013, Literatur und Kunst, S. 28 (Rezension zu den bisher erschienenen Romanen der Ausgewählten Werke im Wallstein-Verlag).

Weblenken[ännern | Bornkood ännern]

Vörlaag:Commonscat

Wikiquote-logo.svg Op Wikiquote gifft dat Zitaten to, över oder vun „Max Brod“ (hoochdüütsch).

Belege[ännern | Bornkood ännern]

  1. Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder, Band I
  2. G. Vassogne: Max Brod in Prag: Identität und Vermittlung. Tübingen 2009, S. 94f.