Hoochdüütsch Luutwannel

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Den Hoochdüütsch Luutwannel oder Tweten Luutwannel, in de Literatur ouk düütschen oder olthoochdüütschen Luutwannel genahmt, ist de spraakwetenschaplikke Beschrieven enes regelhaften Luutwannels im Bereik des Konsonantismus, döör den sich de namaligen hoochdüütschen Dialekte vun den övrigen oltgermaanschen Varietäten fortentwickelten.

Twee Konsonantenverschieven haben geschichtlich vum Indogermaanschen över dat Germaansche tom Hoochdüütschen geföhrt: den eersten un den tweten Luutwannel.[1] Döör den tweten Luutwannel wörde uut den südliken westgermaanschen Dialekten de olthoochdüütsche Spraak. De Grenze deser Luutwannel verlöpt vun West na Ost, hüüt mehr oder weniger am Middelgebirgsrand; se wird als Benrather Linie betekenet.

Den Beginn deser Verännerung wörde traditionell (mit Hülpe vun ehemals latinschen Ortsnamen, bi denen de Gründung der Orte archäoloogsch dateerbar ist) up dat frühe 6. Jaarhunnert n. Chr. dateert. Na mehreren neu gefundenen Inskriften, so as der Runenschnalle vun Pforzer, begann se doch erst av ca. 600 (falls nich de Schrievung konservativ ist un de neuen Luute noch nich wedergeevt).

Bi dem tweten Luutwannel handelte dat sich um enen längerfristigen un mehrphasigen Prozess, der to Beginn der Överleferung des Olthoochdüütschen im 8. Jaarhunnert n. Chr. noch nich ganz avgeschlöten war. De Ursaaken föör dissen Luutwannel weren in der Forschung siet langem kontrovers diskuteert.[2]

  1. Astrid Stedje: Deutsche Sprache gestern und heute. Einführung in Sprachgeschichte und Sprachkunde. Fink, München 1989, ISBN 3-7705-2514-0, S. 41, 59.
  2. Johannes Venema: Zum Stand der zweiten Lautverschiebung im Rheinland: Diatopische, diachrone und diastratische Untersuchungen am Beispiel der dentalen Tenuis (voralthochdeutsch /t/). Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1997, S. 9.