Harald zur Hausen

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Harald zur Hausen (2010)

Harald zur Hausen (* 11. März 1936 in Gelsenkirchen) is en düütsch Mediziner. He kreeg 2008 den Nobelpries för Physiologie oder Medizin tospraken.[1]

Leven[ännern | Bornkood ännern]

Zur Hausen legg 1955 dat Abitur an dat Gymnasium Antonianum in Vechta af. He studeer Medizin an de Universitäten Bonn, Hamborg und Düsseldörp un kreeg 1960 in Düsseldörp sien Doktertitel. Ansluutend hett he tonächst twee Johr lang as Medizinalassistent un dornah dree Johr lang as wetenschaplich Assistent an dat Institut för medizinische Mikrobiologie vun de Universität Düsseldörp. Dornah folgten dreeenhalf Johr an de Virus Laboratories des Children’s Hospital of Philadelphia. Zur Hausen weer zudem Assistant Professor an de University of Pennsylvania. 1969 habilitee he sück an de Julius-Maximilians-Universität Würzborg, wo he an dat Institut för Virologie arbeiten dee. 1972 wurr he as Perfesser up den nee grünnd Lehrstohl för Klinische Virologie an de Universität Erlangen-Nürnbarg beropen, 1977 folg he den Roop up den Lehrstuhl för Virologie un Hygiene an de Universität Freiburg.

Van 1983 bit 2003 weer Harald zur Hausen Vörsitter un Wetenschaplich Liddmaat vun den Stiftensvörstand vun dat Düütsch Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelbarg. Ünner de Führung vun zur Hausen Führung hett dat Krebsforschungszentrum, dat över kien klinische Bettenafdeelen verfügt, sien Tosammenarbeit mit eenzelt Universitätskliniken erheblich wieder maakt: So nömmt Klinische Kooperationseinheiten sekern de Verbinnen vun Grundlagenforschung un klinischer Medizin, um Forschungsergebnisse so flink as mögelk in de Praxis to överdragen.

Zur Hausen weer bit Enn' 2010 Chefredakteur vun dat International Journal of Cancer.

Siet 1993 is he mit de Perfessersche Ethel-Michele de Villiers verheiraadt, de ebenfalls an dat Düütsch Krebsforschungszentrum arbeitet. Zur Hausen hett dree Söhns ut en eerste Ehe. Hüüd leevt he mit sien Fru in de hessischen Gemeend Wald-Michelbach in' Odenwald.

Forschungsrebeeden[ännern | Bornkood ännern]

Zur Hausens speziell Forschungsrebeet weer dat Entstahn vun Krebsoorten ut Virusinfektschonen. All 1976 hett he de Hypothese bekannt maakt, dat humane Papillomviren (Warzenviren) en Rull bi dat Entstahn vun Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) spelen deen. Ut den Verdacht wurr bald experimentell ünnermüert wetenschaplich Gewissheit. Anfang vun de 1980er Johren kunn he mit sien Arbeitsgrupp eerstmals de Typen HPV 16 un HPV 18 vun dat humane Papillomvirus ut an Gebärmutterhalskrebs erkrankt Geweev isoleeren. De Opdecken vun den Utlöser vun de bi Fruen an dartfakensten Krebserkrankung hett vöölig nee Perspektiven vun dat Vörbugen un de Behanneln brocht un führ letztlich to de Entwicklung vun HPV-Impstoffen, de siet 2006 verfügbar sünd.

Zur Hausen befaat sück to Tiet (2014) mit de Frage, of dör dat Nehren mit Rindfleesch bi den Minschen Krebs induzeert wurrn kann: „Das war der Ausgangspunkt der Idee, dass bei Tieren auch solche Virusinfektionen vorliegen könnten, die bei ihnen selbst nicht kanzerogen sind, die aber, wenn sie auf den Menschen übertragen werden, unter Umständen Krebs auslösen können.“[2]

Ehrungen un Utteknungen[ännern | Bornkood ännern]

Luc Montagnier, Françoise Barré-Sinoussi un Harald zur Hausen wiels de Nobelweek an dat Karolinska-Institut

2008 wurr Harald zur Hausen tosommen mit Luc Montagnier un Françoise Barré-Sinoussi (beid ut Frankriek) de Nobelpries för Physiologie oder Medizin tospraken.

För sien fachlichen Leistungen wurr Harald zur Hausen dorto mit tallriek wiederen Priesen uttekent, ünner annern mit den Robert Koch-Pries (1975), den Charles S. Mott Prize vun de General-Motors Krebsforschungs-Stiftung (1986), den Düütschen Krebspries (1986), den Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Pries (1994), den Emil-von-Behring-Pries (1994), den Ernst Jung-Pries un de Jacob-Henle-Medaille (1996), den Charles Rodolphe Brupbacher Pries för Krebsforschung (1999), den William B. Coley Award (2006), den Raymond Bourgine Award (2006), den Düütsch Krebshilfe Pries (2007), de Johann-Georg-Zimmermann-Medaille (2007), den Gairdner Foundation International Award (2008), den „Award for Lifetime Achievement in Cancer Research“ vun de American Association for Cancer Research (2008), den Tsungming-Tu-Preis (2011) un den Ernst Wertheim Pries (2012)[3].

Buterdem wurr hüm de Ehrndokterwürde vun de Universitäten Chicago (USA), Umeå (Sweden), Prag (Tschechien), Salford (England), Helsinki (Finnland), Erlangen-Nürnberg, Würzborg un Jerusalem verleeht. He is neben anner Organisatschonen Liddmaat vun de US-amerikaansch National Academy of Sciences, siet 1986 ordentlich Liddmaat vun de Heidelbarger Akademie vun de Wetenschapen un Viezpräsident vun Akademie vun de Natuurforscher Leopoldina. In' April 2004 kreeg he dat Groot Bundsverdeenstkrüüz. 2006 kreeg Harald zur Hausen de Verdeenstmedaille vun dat Land Baden-Württemberg. An’ 4. November 2008 wurr he to’n Ehrenbörger vun de Gemeend Wald-Michelbach nömmt, wo he ok leven deiht. To glieker Tiet kreeg he ok den Titel Botschafter der Bergstraße verliehen.[4]

An’ 6. April 2009 wurr zur Hausen vun Bundspräsident Horst Köhler in dat Slott Bellevue mit dat Groot Bundsverdeenstkrüüz mit Steern uttekent.[5]

Van’ 1. Januar bit to’n 1. Juli 2010 weer Harald zur Hausen as Nahfolger vun Dagmar Schipanski as ehrenamtlich Präsident vun de Düütsch Krebshilfe tätig.[6]

Warken (Utwahl)[ännern | Bornkood ännern]

  • Gegen Krebs – die Geschichte einer provokativen Idee.[7] Rowohlt 2010. ISBN 978-3-498-03001-8
  • Was tun gegen Krebs? Audio-CD, 76 Minuten. Konzeption und Regie: Klaus Sander. Erzähler: Harald zur Hausen. Berlin: supposé 2008. ISBN 978-3-932513-84-8
  • Infections Causing Human Cancer. Weinheim: Wiley-VCH 2006. ISBN 978-3-527-31056-2
  • Genom und Glaube. Der unsichtbare Käfig. Berlin: Springer 2001.
  • Papillomviren und Krebserreger, Geburtshilfe und Frauenheilkunde 58 (1998) 291–296, online ünner [1]

Literatur över Harald zur Hausen[ännern | Bornkood ännern]

Weblenken[ännern | Bornkood ännern]

Commons-logo.svg Harald zur Hausen. Mehr Biller, Videos oder Audiodateien to’t Thema gifft dat bi Wikimedia Commons.

Enkeld Nahwiesen[ännern | Bornkood ännern]

  1. Nobelpriesdräger 2008
  2. http://www.faz.net/frankfurter-allgemeine-zeitung/nobelpreistraeger-zur-hausen-warum-haben-inder-so-selten-darmkrebs-12904246.html, Wolfgang Däuble: Warum haben Inder so selten Darmkrebs?, FAZ.net van' 26. April 2014, afropen an' 16. Dezember 2014
  3. Ernst Wertheim Preis 2012 an Harald zur Hausen
  4. kreis-bergstrasse.de van’ 11. März 2009: Porträt Harald zur Hausen, afropen an’ 25. September 2012
  5. S. Seltmann: Bundesverdienstkreuz für Nobelpreisträger Harald zur Hausen. Pressemitteilung dat DKFZ van’ 6. April 2009
  6. Zur Hausen als Präsident der Krebshilfe zurückgetreten. In: Deutsches Ärzteblatt van’ 1. Juli 2010
  7. Ein Krebsforscher eckt an in: Tages-Anzeiger van’ 30. September 2010