Hovawart

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Hovawart
Helos 11.jpg
FCI - Standard Nr. 190
Oorsprungsland Düütschland
Klassifikatschoon FCI
  • Grupp 2 Pinscher un Schnauzer – Molossoide – Swiezer Sennenhunnen
  • Sektion 2.2 Molossoide - Barghunnen
Rassenaam na FCI

Hovawart

Schufthööcht * R: 63–70 cm
  • H: 58–65 cm
Varietäten =
  • Hovawart Blond
  • Hovawart Swaart
  • Hovawart Swaartmarken
List vun de Hunnenrassen

De Hovawart is en vun de Fédération Cynologique Internationale anerkannt düütsch Gebruukshundrass (FCI-Gr. 2, Sek. 2.2, Nr. 190).

Beschrieven[ännern | Bornkood ännern]

De Hovawart hett en middelgrooten, kraftvull streckten Körper un beweggt sück mit utgripend Gangwark. De Kopp is kräftig, mit breet, wulstig Stirn, bruun Oogen un dreeeckig hangend Ohren. Dat Upfällige Hoorkleed is lang un licht wellt, in dree ünnerscheedlich Farven: Swaartmarken (engelsch Black and Tan), Blond un Swaart. De Geschlechtsünnerscheeden sünd düütlich to sehn. De Rüde hett en Schuufthööcht vun 63 bit 70 cm gegenüber der Teev mit 58 bit 65 cm, deren Kopp ok schlanker is.

Bi richtig Pleeg is de Hovawart en robust un gesund Hund. En streng Tuchtutlese hett dorto bidragen, dat de Andeel vun de Hunnen mit Hüftgelenkdysplasie (HD) up en minn Perzentsatz torüchdrängt wurrn kunn.[1]

Bi swaart Hovawart-Teeven kann dat wegen de schlank Form ok woll to en Verwesseln mit den Flat Coated Retriever kommen. Blond Hovawarte wurrn gelegentlich för Golden Retriever hollen.

Wesen[ännern | Bornkood ännern]

Vun sien Wesen her is de Hovawart en starke Persönlichkeit. Konsequenz in dat Optrecken un völ Tiet mooten dorum ween. He ist düchtig waaksam un anhänglich, aber sensibel un geselligkeitsbedürftig. De Energie, Intelligenz un hooch Lernbereitschap vun disse Hunnen sull fördert un mit Teel lenkt wurrn. De Hovawart as Gebruukshunnenrass will beschäftigt wurrn, an’n besten jeden Dag, sonst kann dt passeeren, dat he sück sien Upgaven sülvst söcht. De Hovawart gellt as Laatentwickler. Sien Wesensentwicklung is eerst mit 3 Johren wietgahnd afslooten.[2]

Man kann hüm för meest all sportlichen Ünnernehmen insetten, egal of as Jogging- oder Rietbegleiter oder as Schuul-, Fährten- oder Rettungshund.

Gebruuk[ännern | Bornkood ännern]

Wiel de Hovawart to de anerkannten Deenst- un Gebruukshunnenrassen hörrt, is besünners de Rassetuchtvereen för Hovawart-Hunde (RZV) dorbi, en sportlichen Gebruukshund to tüchten; entspreekend wurrd grooten Wert up Nervenstärke, Gesundheit un up en utpräägt Beuteverhollen leggt.

De Hovawart-Zuchtgemeinschaft Deutschland (HZD) un de Hovawart-Club (HC) leggen dorgegen Wert up dat Tüchten vun den oorsprünglichen, kräftigeren un sülvständigen Hovawart, de weniger Beuteverhollen wiesen sall, wiel he den oorsprünglichen Wächter vun Huus un Hoff so dicht as mögelk kommen sall. All dree Vereens seecht hör Tucht- un Utbillensteel in’n nervenstarken (= hooch Reizschwelle) Familienhund, früendlich un verspeelt mit „seinen Menschen und Tieren, sein Territorium, seine Menschen beschützend, Fremdes verweisend“.

Herkunft un Historsches[ännern | Bornkood ännern]

Ruuch Buurnhunnen as „hovawart“/ „hovewart“ (Mddelhoochdüütsch: hova = de Hoff[3] un wart = de Wächter[4], also de Hoffwächter) oder ok ünner de Benennungen Hovawarth, Hofwart oder Hofward, wurrn all in Schriften vun dat Middelöller as de Lex Baiuvariorum[5], den Sachsenspiegel oder den Schwabenspiegel nöömt, aber ahn Beschrieven vun dat Utsehn. As Hovawart wurrn bit to’n Anfang vun dat 19. Johrhunnert ok Hoffhunnen allgemeen betekent.[6][7][8]

Eerst Enn’n vun dat 19. Johrhunnert wurrd as Hovawart en Huus- oder Hoffhund beschreeven, de in’t Utsehn den hüüdigen Rassestandard vun den Hovawart entspreckt. Dat Insatzrebeet vun disse Hunnen weer hööftsächlich dat Bewaaken vun den Hoff, he wurr aber ok as Tooghund bruukt.

As Anfang vun dat 20. Johrhunnert Kurt Friedrich König un sien Vader Bertram König nah „überlegsamen Hunden“, d. h. Hunden mit de Fähigkeit to situatschonsgerechtem Hanneln sööken deen, sünd se immer weer up disse Hunnen mit stark Knaken, lang- oer zottelin Hoor stött.

De nah den Eersten Weltkrieg upkommen Idee, Schuulhunnen dör Dressur un Schuuldeenst uttobillen, stunn in’n Gegensatz to de Erkenntnisse, die König mit sien Hunnen maakt harr, un so keem he 1922 up de Idee, ut disse Restbestände vun en örtlich vörhannen, vermeentlich ut dat Middelöller stammen typischen Buurnhund, den Hovawart, tonächst as Tuchtversöök un later in Reintucht as Rass to tüchten.

He hett Neufundländer, Leonberger, Düütsch Scheperhund un den Kuvasz mit inkrüüzt, um en Hund to kriegen, de vun dat Ütere langhoorig mit hangend Ohren sien Hunnen glieken dee un vun sien Wesen henn en natürlich Schuulhund is; dat he ok en Afrkaansch Windhund mit inkrüüzt hett, sall woll nich stimmen. De Hovawart wurr 1937 as eegenständige Rass un 1964 ls Gebruukshund anerkannt.

Tuchtvereene[ännern | Bornkood ännern]

Hüüd gifft dat in Düütschland dree vun den Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) anerkannt Tuchtvereene: Den Rassezuchtverein für Hovawart-Hunde (RZV), de Hovawart-Zuchtgemeinschaft Deutschland (HZD) as ok den Hovawart-Club Deutschland (HC). All dree Vereene un deren Tüchter hollen sück an streng Regeln, wat dat Verpaaren un de Uptucht vun Welpen bedraapt. Disse Vörschriften deenen dorto, dat de Nahtucht vun den Hovawart so gesund un wesensseker as mögelk wurrd.

So wurrd för de Tuchtdeerten bispeelswies de HD-Freeheit sekert, en Överprüfen up Katarakt (Grau Star) is luut RZV vörschreeven oder ok dat Ünnersöken vun de Schilddrüüs gemäß HZD. Dor wurr (as bither eenzig Vereen) de Test vun Tuchtdeerten up genetische Veränderungen, de in Verdacht stahn, mit Degenerativer Myelopathie in Tosommenhang to stahn, samt entspreekend Tuchtregime, belooten un in’n Harvst 2017 verplichtend inführt.[9] All VDH-Vereene prüfen de Wesensveranlagung vun de to Tucht vörsehn Hovawarte, deren Utsehn un sörgen för de fachliche Qualifikatschoon vun hör Tüchter as ok de Ümsetten vun de bi de Tucht (Tüchterschulungen, Wurfstättenkontrollen, Wurfafnahm).

Ähnlich strenge Vörschriften hemm ok de Hovawarttuchtvereene in’t Utland, de de Fédération Cynologique Internationale (FCI) anhörrn. In de Swiez is dat de Schweizerische Hovawart-Club (SHC), de tuchtbookführende Vereen in de Swiezer Kynologische Sellschopp (SKG), in Öösterriek de Öösterrieksch Klub vun de Hovawartfrüenden in’n Öösterriekschen Kynologenverband (ÖKV), in Italien de Hovawart-Club Italia (HCI) in‘n ENCI.

Laag nah Gesett[ännern | Bornkood ännern]

De Hovawart steiht in den Swiezer Kanton Glarus up de Rassenlist; sien Hollen is dor bewilligungsplichtig.[10]

Weblinks[ännern | Bornkood ännern]

Commons-logo.svg Hovawart. Mehr Biller, Videos oder Audiodateien to’t Thema gifft dat bi Wikimedia Commons.

Enkeld Nahwiesen[ännern | Bornkood ännern]

  1. Reiner Beuing: Erfahrungen mit Zuchtwertschätzung. In: Der Rottweiler. 3/1999, S. 18–19, (PDF; 53 kB).
  2. Volker Wienrich: Der Hovawart. Praktische Ratschläge für Haltung, Pflege und Erziehung. 4., überarbeitete Auflage. Paul Parey, Hamburg 1994, ISBN 3-490-06319-8, S. 48.
  3. Martin Jean de Bast: Recherches historiques et littéraires sur la langue celtique, gauloise et tudesque. Pour servir de supplément au Recueil d'antiquités. Band 1. Houdin, Gand 1815, S. 164.
  4. Heinrich Meidinger: Vergleichendes etymologisches Wörterbuch der gothisch-teutonischen Mundarten. Altgothisch, Althochdeutsch, Angelsächsisch, Altsächsisch, Altnordisch (Isländisch), Neuschwedisch, Neudänisch, Neuniederländisch (Fläm.-Holl.), Neuenglisch, Neuhochdeutsch. Nebst mehreren slawischen, romanischen und asiatischen Wurzeln, als Beweis gemeinschaftlicher Abstammung. 2. Auflage. Eigenverlag, Frankfort an‘n Main 1836, S. 527.
  5. Elmar Seebold: 'Chronologisches Wörterbuch des deutschen Wortschatzes', Teil: [1]., Der Wortschatz des 8. Jahrhunderts (und früherer Quellen); (Titelabkürzung: ChWdW8), 2001, ISBN 3-11-016962-2
  6. Karl Gottlob Anton: Geschichte der teutschen Landwirthschaft von den ältesten Zeiten bis zu Ende des funfzehnten Jarhunderts. Ein Versuch. Erster Theil. Christian Gotthelf Anton, Görlitz 1799, S. 153.
  7. Gustav Klemm: Handbuch der germanischen Alterthumskunde. Textband. Walther, Dresden 1836, S. 90–91.
  8. Leop. Jos. Fitzinger: Die Raçen des zahmen Hundes I. Abteilung. In: Sitzungsberichte der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Mathematisch-naturwissenschaftliche Classe. Abtheilung 1: Biologie, Mineralogie, Erdkunde. Bd. 56, 1867, ISSN 0371-4810, S. 377–585, hier S. 429.
  9. HZD: Merkblatt zum SOD1-Test, April 2017
  10. Bewilligungspflichtige Hunderassen up de Websteed vun den Kt. Glarus, afropen an'n 14. September 2014