Anthropozän

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Lichtversmudden up de Eer, upnahmen mit en Satelliten. Dor kann man den Minschen sien Indruck sehn, den he in siene Umwelt achterlaten deit
De Minsch lett allerhand Footsporen in de Umwelt torüch

Anthropozän (ooldgr.: ἄνθρωπος, ánthropos, „Minsch“ un καινός, kainós, „nee“, alltohopen so veel, as „Wat de Minsch nee maakt hett“) is en Begreep, de vorslahn wurrn is as Naam vun en neet Eerdtiedoller. Dor schall de Afsnitt in de Geschicht vun düssen Planeten mit betekent weern, wo de Minsch bigahn is un siene unbannig groten Footstappen achterlaten hett in de bioloogschen, geoloogschen un atmosphäärschen Aflöpe up’e Eer.

Dat Woort is in dat Johr 2000 vun den nedderlannschen Chemiker un Atmophärenforscher Paul Crutzen, tohopen mit Eugene F. Stoermer vorslahn wurrn. De beiden Wetenschopslüde wollen dor mit seggen, datt de Minschheit ok de Geologie ehren Stempel updrücken deit. 2002 hett Crutzen den Begreep akraater faat in en Artikel in de renommeerte Facktiedschrift „Nature“ un hett dor vun en „Geologie vun de Minschheit“ snackt. Dor hett he en Vorslag vun den italieenschen Geologen Antonio Stoppano noch mol nee mit faat‘. De harr al 1873 vun en „Anthropozoosche Ära“ oder en „Anthropozoikum“ snackt un meen dor en neet Eerdtiedoller mit: „En nee telluursche Macht konn dat vunwegen siene Kraft un Allgemeenheit mit de Natur ehre groten Gewalten upnehmen.“ Annere Lüde vun de Wetenschop hefft ok den Begreep Noosphäre oder Psychozoikum bruukt.

2008 hett de Komischoon for Stratigraphie vun de Geological Society of London sik dör Henwiese dor vun overtügen laten, datt dat Tiedoller twuschen de Iestieden, dat wi Holozän nömmt, un wo dat Klima up’e Eer stabil is, to Enne kamen weer, un dat nu en stratigraphschen Afsnitt anfungen weer, „de dat so in de lesten Millionen Johre nich geven hett“. Dor speelt en Rull bi, datt veel mehr Drievhuusgas produzeert warrt, as vördem[1]. Bovento ännert de Minsch de Landschop un stellt se faken up’n Kopp. Gegen düsse minschliche Ännern over is de natüürliche Produktschoon vun Sedimente man minne un kummt dor nich gegen an. Denn weert ok noch de Ozeane oversüürt un jummerlos weert Biota toschannen maakt. Se wohrschaut dor for, datt dat Utstarven vun Aarden, tohopen mit Deerterwannern over de ganze Welt hen un dat Biesietschuven vun natüürliche Vegetatschoon dör Monokulturen in de Landweertschop en biostrategraphsch Kennteken is, dat gor nich verkehrt verstahn weern kann. Wat dor bi rutsuert, dat blifft jummerweg. Dat hangt dor mit tosamen, datt allens, wat later kamen warrt, up de Grundlaag vun den hüdigen Bestand passeert – un de is faken ganz dör’nanner muddelt dör de Minschen. [2]

Literatur[ännern | Bornkood ännern]

(in’e Reeg na de Johre, wo de Schriften rutkamen sünd)

  • 2009, Eckart Ehlers: Das Anthropozän. Die Erde im Zeitalter des Menschen. Wissenschaftl. Buchgesellschaft, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-534-20585-1
  • 2011, Jan Zalasiewicz: Die Erde nach uns. Der Mensch als Fossil der fernen Zukunft. Aus dem Englischen übersetzt von Thomas Schalipp. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelbarg, ISBN 978-3-8274-2302-3
  • 2012, Reinhold Leinfelder: Paul Joseph Crutzen, The „Anthropocene.- In: Claus Leggewie, Darius Zifonun, Anne Lang, Marcel Siepmann & Johanna Hoppen (Rutg.), Schlüsselwerke der Kulturwissenschaften, Edition Kulturwissenschaft, Band 7, S. 257-260. Transcript-Verlag, Builefeld, ISBN 978-3-8376-1327-8
  • 2013, Gerd Leipold, Walter Sittler: Zeit, sich einzumischen. Vom Taksimplatz nach Island. Begegnungen auf dem Weg ins Anthropozän. sagas.edition, ISBN 978-3-9812510-1-2
  • 2014, Jürgen Manemann: Kritik des Anthropozäns. Plädoyer für eine neue Humanökologie. transcript, Builefeld 2014, ISBN 978-3-8376-2773-2
    • Peter Reinkemeier: Die moralische Herausforderung des Anthropozän. Ein umweltgeschichtlicher Problemaufriss. In: Manfred Jakubowski-Tiessen & Jana Sprenger (Rutg.): Natur und Gesellschaft. Perspektiven der interdisziplinären Umweltgeschichte. Chöttingen, S. 83-101, ISBN 978-3-86395-152-8
  • 2015, Simon L. Lewis, Mark A. Maslin: Defining the Anthropocene. In: Nature. Band 519, Nr. 7542, S. 171–180, doi:10.1038/nature14258.
  • 2015, Jörg H. Damm: Vogelzug im Anthropozän. Für eine populäre Erkundung der Anthropozän-Idee im Globalisierungsprozess. Die Reihe Anthropozän, Bd.1. Leonhard-Thurneysser-Verlag Berlin & Basel 2015, ISBN 978-3-939176-61-9
  • 2016: Colin N. Waters et al.: The Anthropocene is functionally and stratigraphically distinct from the Holocene, in:Science, Band 351, Nummer 6269, 2016

Weblenken[ännern | Bornkood ännern]

Belege[ännern | Bornkood ännern]

  1. Eicke R. Weber: Das Ende des glücklichen Gleichgewichts: badische-zeitung.de, Kommentar, 5. Januar 2013 (12. Januar 2013)
  2. Mike Davis: Wer wird die Arche bauen? In: Paul J. Crutzen u. a.: Das Raumschiff Erde hat keinen Notausgang. 2011, S. 60–92.