Wilhelm Oesterhaus

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Wilhelm Oesterhaus üm 1920

Wilhelm Friedrich Oesterhaus (* 9. März 1840 in Deppelt ; † 27. Februar 1927 in Deppelt ) was de öörste un wichtigste Schrüiverling, de up Lippsk Platt schreev. Heu was Scheolmeester un Persepter van Proffescheon.
De plattduitske Sprake es nich Oesterhaus süine Moddersprake wesen. Dat Lippske Platt lehr heu öörst, os heu ol os’n Scheolmeester teogange was.[1][2]

Lieven[ännern | Bornkood ännern]

Wilhelm Oesterhaus word den 9. März 1840 in Deppelt, os dat jüngst Kind van vören, boren. Süin Vadder was eun Beamter un kamm van'r Haustenbecke in'r Siene.[3]. Teohaupe mit süinen dreu ölleren Söstern[4] es heu in de Deppelter Binnenstad graut worn, in de Öörst an'r Hauernschen Strote, denn an'n Lemjer Door. Os Oesterhaus füive Johre ault was, es süine Modder daud blüiven, de Famüilje es wedder ümmetrocken na de Hauernsche Strote un Oesterhaus süin Vadder het nau mool früjjet.[2] Heu güng na de Börgerscheole un van 1855 an af na dat Lehrerseminaar in Deppelt, Scheolmeester un Perspeter teo werrn. Süine Prüfunge het Osterhaus 1857 meestert un kreeg in'n sülven Johr eune Arbeudssteed os'n Scheolvikaar in Deompte[2][3]. Dat annere Johr feng heu denn an, auk os eun Scheolvikaar, in Luiensen teo arböjjen. Dor is Oesterhaus denn bet 1865 blüiven. Naast kreeg Oesterhaus eun Anbott upʼr Haustenbecke, wo süin Vadder van weg es, man dat lihn heu af. Heu arbeude denn för eun Johr Tüid in Almeno un is dorup wedder na Luiensen trüjje gohn. Hür bemoit heu denn auk süine Friu Marie Schweimer.[2]

De Tüid in Luiensen hadde eunen grauten Inwerk up Oesterhaus. Wilhelm Oesterhaus, den süine Öllern mit änne haugduitsk kürt het, lehr in düsse Tüit Lippsk Platt, dat de Kinner in'e Scheole un de Luide in'n Dörp änne verstoht. För eune plattduitscken Schrüiver iut düsse Tüid is dat gans besunners. Twors küren süine Öllern Lippsk Haugduitsk, seo eune Oort Missingsch, aver rechtet Platt lehr Oesterhaus öörst osʼn vullwussen Keerl.[2]

1886 storv Oesterhaus süine Friu. Heu hadde mit ühr söss Döchter, van den blaut dreue överliebt het, un eunen Suhne, de ol vör süinen öörsten Boortsdag daud bleev. In'n Johr 1871 namm heu eune Arbeudssteed os Scheolmeester an'n Gymnasium in Depplet an. Van 1871 an het Oesterhaus denn os'n Persepter an Gymnasium arböjjet. Dor bliff heu teo arböjjen, seo dat heu dor 1907 süin vöfftig-jöhriget Deenstjubiläum fiern kunn. 1916 ging Oesterhaus denn, mit 76 Johren, in Pangscheon. Wilhelm Oesterhaus es den 27. Februar 1927 in Deppelt mit Daude afgohn, os heu büinoh 87 Johre ault was. Süine Dochter Bertha Oesterhaus was auk an't Schrüiven un schreev welke Kinnerboiker.[2]

Vandage sind Stroten in Deppelt, Lemge, Iuffeln, Barntrup un in'n Blomajje na Wilhelm Oesterhaus noimt.[2]

Publikatscheonen[ännern | Bornkood ännern]

Süin öörtes un wichtigetes Werk Juse Platt brochte Oesterhaus 1882 unner de Luide un etableerte sik dormit os de öörste Dichter, de up Lippsk Platt schreev. Oesterhaus süin tweuten plattduitsken Gedichtband Aule Euken worte 1913 publiseert. In anneren Johr kamm denn de tweute, verbetterte un vergrötterte Uplage van Oesterhaus süin öörtes Werk mit den verännerten Titel I’use Platt riut. Dat gaff auk männje plattduitkse Gedichte un Vertellsel van änne in Dagbläddern in Tüidschriften.[2]

Osterhaus schreev auk wat up haugduitsk, os de Schauspille Herman der Cheruskerfürst (1894) eoder Berta Odemissen (1894). Man heu schreev auk eun Romaan mit'n Titel Odemissen. Man mit süine haugduitsken Werken hadde heu nich seo'n Speod os mit den plattduitsken Werke, wo heu bekennt för es.[2]

Man dat gifft auk eun Berg van Wilhelm Oesterhaus süinen Werke, de heu nienich ünner de Luide brochte. Binnen süin Nalaat in'r Lippsken Lannesboikerüjje sind welke haugduitsken Schauspille mang, öwwer auk eun poor Romane, van den veule nau nich ferg sind. In't Ganse es süin haugduitsk Werk grötter as süine Publikatscheonen up Platt.[2]

Eun gans grauter Deul van Oesterhaus süinen Nalaat es Die Formenlehre und Satzlehre des lippsichen Platt (up platt: Formenlehr und Satzlehr van dat lippske Platt). Dat es eune düht detailjerte, grammatiske Beschrüiven van't lippske Platt, de 318 Süiden lang es. Dor possementeer un verklookfüidel heu ollens nipp un nau van de Konjugatscheon, Deklinatscheon un de Syntax in. Öwwer düsse Part van Oesterhaus süin Arböjj worte nie ünner de Luide brocht. Biutendem is in'r Lippsken Lannesboikerüjje auk eun Lippsk Platt Weorterbeok, dat Oester teohaupe stellt het, man auk blaut eun Manuskript es un nemmols druckt worte.[2]

Werke[ännern | Bornkood ännern]

Plattduitske Werke[ännern | Bornkood ännern]

  • Aule Euken : Lippsk Platt ; Vertellse, Gedichte, Volksstücke. ; Deppelt 1913 (LLB Detmold)
  • I’use Platt. Gedichte in ault Lippsk. ; Deppelt 1914 (LLB Detmold)

Haugduitske Werke[ännern | Bornkood ännern]

  • Hermann der Cheruskerfürst : Vaterländisches Trauerspiel in fünf Aufzügen. ; Deppelt 1894. 118 S (UB Paderborn)
  • Zum zweiten September 1890 ; Gedicht, Deppelt 1890
  • Odemissen ; Roman, Berlin 1894
  • Kaiser Wilhelm der Grosse : Festdichtung zur hundertjährigen Wiederkehr seines Geburtstages zu den im Fürstlichen Schauspielhause Detmold gestellten lebenden Bildern. ; Deppelt 1897
  • Denkschrift zum 300jährigen Jubiläum der Bürgerschützen der Residenzstadt Detmold. ; Deppelt 1900
  • Geschichte der Fürstlich lippischen Truppen in den Jahren 1807 - 1815. ; Deppelt 1907 1909. 86 S

Literatuur[ännern | Bornkood ännern]

  • Karl Wehrhan: Oesterhaus, Volkhausen und Wienke - Drei Dichter des lippischen Landes, in Mitteilungen aus dem Quickborn, Hamburg, 10, 1916/17, S. 34-42.
  • Karl Wehrhan: Wilhelm Oesterhaus zum 80. Geburtstage - Sein Leben und Dichten, Meyer Detmold, 1920. (LLB Detmold)
  • Wilhelm Süvern: Wilhelm Oesterhaus, in Heimatland Lippe, 57 / 1964, S. 31f. Herausgeber: Lippischer Heimatbund e.V.
  • Wilhelm Nebel: Wilhelm Oesterhaus zum 50. Todestag, in Heimatland Lippe, 70 / 1977, S. 67-73. Herausgeber: Lippischer Heimatbund e.V.
  • Robert Langhanke: "Der Mundart ein Denkmal errichten": Wilhelm Oesterhaus und Lippe-Detmold. Anmerkungen zu Leben und Werk des ersten Dichters lippischer Mundart in Augustin Wibbelt-Gesellschaft. Jahrbuch, 23 / 2007, S. 21-78. Herausgeber: Vorstand der Augustin Wibbelt-Gesellschaft e.V.

Weblenken[ännern | Bornkood ännern]

Enkeld Nawüisen[ännern | Bornkood ännern]

  1. Karl Wehrhan: Wilhelm Oesterhaus zum 80. Geburtstage - Sein Leben und Dichten, Meyer Detmold, 1920(LLB Detmold)
  2. a b c d e f g h i j k Robert Langhanke: Der Mundart ein Denkmal errichten (PDF; 723 kB)
  3. a b Wilhelm Nebel: Wilhelm Oesterhaus zum 50. Todestag, in Heimatland Lippe, 70 / 1977, S. 67-73. Herausgeber: Lippischer Heimatbund e.V. Zitat-Fehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  4. Karl Wehrhan: Wilhelm Oesterhaus zum 80. Geburtstage - Sein Leben und Dichten, Meyer Detmold, 1920. Süide 6 (LLB Detmold)