Arbeitskreis Fritz Reuter
De Arbeitskreis Fritz Reuter wier in dei dree Nurdbezirken vun dei Dütsche Demokratsche Republik (Rostock, Swerin, Niegenbramborg) ein regionålen Arbeidskrink in de Kulturbund von de DDR, dei dat Arw von den plattdütschen Schriewer Fritz Reuter plägen wull.
Dei Krink würr den 28. Mai 1989 grünnt in Güstrow as Gägenstück tau dei Fritz-Reuter-Sellschop in de Bundsrepublik grünnt, bestünn man bloot körte Tied. Mit dat Enn vun de DDR würr de Krink uplöst. Dei 44 Lidmåten, de tau dei Tied in den Krink wieren, träden 1990 dei westdütske Fritz-Reuter-Sellschop bi, dei sik 1960 in Lübeek grünnt harr un 1991 eren Sitt nå Niegenbramborg verleggt het.
Dei Lidmåten wieren Wätenschoppers, Künstlers, Literaturpropagandisten, Lüd ut dei Kulturbund un anner Reuter-Frünn.
Afsichten
[ännern | Bornkood ännern]Dei Arbeidskrink sull ein Weg, dat Börgers, dei Interess an Fritz Reuter un sien Literatur hebben, in dei sozialistsche Arvpleeg aktiv warrn köönt. Dei Arbeidskrink wull dei Positschonen von dei marxistsch-lennitsch Literaturwätenschop tau Läwen un Wark von dei börgerlich-humanistschen Natschonålschriewer Fritz Reuter verträden un verdepen.
Dei Arbeidskrink sull åpen för alle natürlichen un juristschen Personen sien. De Jåhrsbidrag wier 20 DDR-Mark un 100 DDR-Mark för Kollektive un Institutschonen. So as ok in dei Fritz-Reuter-Sellschop sull dat Jåhresgåwen gäwen. Ein Vörsitter un twee Verträder sullen den Arbeidskrink leiden. In den Vörstand sitten 15 Lüd, je fiew ut jeden Bezirk. Arnold Hückstädt wier de ierste Vörsitter, Jürgern Borchert ut Swerin un Anna-Margarete Zdrenka ut Rostock wieren de Verträders. Tau dei Lüd ut dei Kulturbund kemen ok noch Wätenschoppers von dei Universitäten Rostock un Griepswols, dei ok in dei Vörstand sitten.
Historie
[ännern | Bornkood ännern]Beginn
[ännern | Bornkood ännern]Ierste Ideen för den Arbeidskrink begünnen mit dat dütsch-dütsche Kulturafkåmen von’n 6. Mai 1986 mit dei beiden dütschen Ståten Kulturutusch, kulturell Tauhooparbeid un Parnterschoppen över dei Grenz henweg verenboren. De westdütsche Fritz-Reuter-Sellschop in Lübeek versöcht dorüm mit den Plattdütschen in’n Nurden von dei DDR tauhoop tau arbeiden. Op dei ostdütsche Sied geev dat man noch kein Gägenstück tau de lübsche Literatursellschop. In den Nurdbezirken vun dei DDR güll dat nu as eine Chance dei Moeglichkeid tau kriegen in den Westen tau reisen, denn Wätenschoppers, Museumlüd un anner Reuterexperten harrn tauvör meist kein Verlöf krägen tau dei Reuter-Daag in Lübeek tu reisen.
Besünners Arnold Hückstädt, dåmals Direkter von dat Fritz-Reuter-Literaturmuseum in Stemhagen, de Sweriner Schriewer Jürgen Borchert un Wolfgang Müns, de Lekter bi’n Hinstörp-Verlag, bröchten dei Idee vöran. Schirmherr för dei Arbeidskrink würr de dormålige Stellvertreder von dei Minister för Kultur Klaus Höpcke.
Enn
[ännern | Bornkood ännern]Inflood von de Stasi
[ännern | Bornkood ännern]1990 keem rut, dat dei Ståtssäkerheid (Stasi) ein oog up dei Arbeidskrink smäten harr.[1] Dei Krink güll as verdächtig wägen sienen Kontakt mit dei Fritz-Reuter-Selschop in Lübäk. Dat wull dei Stasi nich taulåten. Dei Räd von dei lübsche Fritz-Reuter-Sellschop as Gruß tau dei Grünndfier, het dei Stasi anfungen un säkerstellt, dat dei Räd nich up de Grünnfier vörläst warrt.
Statts dei Räd von dei lübsche Literatursellschop föddern dei Stasi Räden von „DDR-Partner“ in. Dat wieren dei VEB Hinstorff Verlag Rostock, dei Kulturbund-Bezirkssellschoppen Heimatgeschicht un Denkmålpläg Niegenbramborg , dat Mäkelborgsch Folkorezentrum (MFZ) Rostock un dat Volkstheater Rostock.
Dat Mäkelborgsch Folklorezentrum heet in dei Räd dei niege Reuter-Arbeidskrink good un begröt den Krink as Partner dat literarsch Arv von Fritz Reueter tau verbreiden. Doch in’n Achtergund harr dat Folklorezentrum versöcht den niege Krink aftauwennen. Dor harr dat Zentrum för mit dei Stasi tauhoparbeidt, denn dat ståtliche Folklorezentrum bekek den Arbeidskrink, dei ok so as dat Zentrum plattdütsche Literatur vermiddeln un föddern wull, as einen Konkurrent.
Mit Betog op dei Inoffitschlle Mitarbeider „Monika Turm“, dei Bås vun dat Folkorezentrum Marion Schmidt,[2] schreev dei Stasi-Bezirksverwaltung Rostock Afdeil XX in einen vier Sieden langen „Operativinfomationen“, dat dei niege Arbeidskrink politsch un den Inhold nå nich nödig is.[3] Marion Schmidt mein, dat dei Arbeidskrink de politschen Ansichten un den Inhold nå grote Mangel harr, un dat dei Afsichten von dei Krink unkonkret sind, so dat dat swor würr tau seggen, wat dei Arbeiskrink för eine politsche Richt harr. Sei sä ok, dat dei Arbeidskrink den ståtlichen Inflood dezentalisieren kunn. Sei het dorüm anråden, dat alle Upgåwen tau dei Pläg von dat nedderdütsch Arv un besünners dat literarsch Arv von Fritz Reuter ünner dat Leid von dat Mäkelborgsch Folklorezentrum bliewen. So dat de zentrale politsche Inflood ok bestån bliwt.
Dei Rostocker Bezirksverwaltung beed dei Berliner Stasi-Zentrål mit Schriewen von’n 20. April 1989 dei niege Arbeidskrink aftauwennen. Berlin schreew trügg, dat is nich to realisieren un verwies dorop, dat Kurt Hager, Maat von dat Politbüro un Sekratär von dat Zentrålkommitee, den Vizepräsidenten von de Kulturbund von dei DDR Karl-Heinz Schulmeister, in eine Afpspråk beopdragt harr den Arbeidskrink tau grünnen.[4]
Archivalien
[ännern | Bornkood ännern]Dat Fritz Reuter Literaturarchiv Hans-Joachim Griephan in Berlin het eine ümfangrieke Kollektschoon un Matrial tau den Arbeidskrink.
Weblenken
[ännern | Bornkood ännern]- Literatur über Arbeitskreis Fritz Reuter in der Landesbibliographie MV
- Fritz Reuter Gesellschaft e.V. in Neubrandenburg
Footnoten
[ännern | Bornkood ännern]- ↑ Nordkurier, Neubrandenburg, vom 28. April 1990.
- ↑ Focus, Nr. 45, 2. November 1998, Seite 114.
- ↑ BStU, MfS, Bezirksverwaltung Rostock, I 767/88. Bd. II, Bl. 224–227.
- ↑ Mein Mecklenburg – Das Magazin für Mecklenburg-Vorpommern Nr. 1 (2015), S. 49.