Sophie Scholl

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Sophie Scholl up en Breefmark vun de düütsch Bundespost 1964

Sophia Magdalena Scholl (* 9. Mai 1921 in Forchtenberg; † 22. Februar 1943 in München), kört: Sophie Scholl, weer en düütsch Wedderstandskämperin tegen den Natschonalsozialismus. Se wurr wegen hör Engagement in de Wedderstandsgrupp „Weiße Rose“ henricht.

Leven[ännern | Bornkood ännern]

Dat Raathuus vun Forchtenberg, in dat de Scholls vun 1920 bit 1930 wahnt hebbt, 2007

Sophie Scholl wuss tosommen mit hör Geschwister Inge (1917–1998), Hans (1918–1943), Elisabeth (* 1920) un Werner (1922–1944) bit 1930 in Forchtenberg, van 1930 bit 1932 in Ludwigsburg un af 1932 in Ulm up. De Geschwister wurrn dör hör Moder Magdalena (1881–1958), de bit to hör Eheschließung Diakonisse weer, un hör Vader Robert Scholl, en Liberalen, to christlich-humanistischen Werten ertrucken.

Sophie Scholl hett anfangs, as hör twee eenhalv Johr öllere Bröer Hans Scholl ok an dat vun de Natschonalsozialisten anpriest Gemeenschapsideal glöövt un is den Bund Deutscher Mädel (BDM) bitreden. Se as hör Bröer ok Mootproben un Härtetest veranstalt, um sück un annern dat Üterste aftoverlangen. So droog de Hoor vörövergahnd achtern lütt un vörn lang. Nah den „Rieksparteidag der Ehre“ 1936 nehm se tosommen mit Hans an dat Gruppenleven vun de Düütsch Jungenschap van‘1. 11. 1929 (dj.1.11) deel. In‘ Harvst 1937 wurr se tosommen mit hör Geschwister för eenig Stünn verhaft, wiel hör Bröer Hans wegen Fortsetten vun de bündisch Jöögd verfolgt wurr.

Ebenfalls 1937 hett se Fritz Hartnagel, den veer Johr ölleren Söhn vun en Ulmer Lüttünnernehmer, bi en Danzveranstalten kennenlehrt. Während sien Offiziersutbilden bleven beid in breeflich Verbinnen. Kört vör Utbröök vun den Tweeten Weltkrieg hebbt de beid in Noorddüütschland en gemeensam Urlaub un hebbt later, as Hartnagel Utbillensoffizier in Weimar weer, eenig Weeken tosommen leevt.

1940 fung Sophie Scholl en Utbillen as Kinnergärtnerin an, un hett hoopt, so den Rieksarbeitsdeenst (RAD) as Vörleistung för en Studium to entgahn, wat aber nich klappen dee. Se wurr dwangswies för je söss Maand to’n Rieksarbeitsdeenst in Krauchenwies un to’n Kriegshülpdeenst verplicht. Sophie Scholl hett in‘ Fröhkohr 1941, während se hör Rieksarbeitsdeenst afleisten dee, in de Warken vun den Karkenlehrer Augustinus von Hippo leest. Disse Lektüre broch hör männig „spöttische Bemerkung“ vun de Fruen in, de mit hör den RAD afleisten deen. De Wennen un Ümkehr in hör Leven passeer in dat Fröhjohr 1941, van dor an funn se jüst in de augustinischen Schriften en Orienteerung. Hör Erlebnisse un Indrücke hebbt hör Afwehrhaltung tegenöver dat NS-Regime verstärkt.

In‘ Juni 1942 fung Scholl an, in München Biologie un Philosophie to studeeren. In de Semesterferien muss se in de Rüstungsproduktschoon in en Ulmer Bedriev mithelpen.

Dör hör Bröer, de an de Münchner Ludwig-Maximilians-Universität Medizin studeeren dee, hett se Studenten kennenlehrt, de hör in hör Aflehnung vun de NS-Herrschap bestärken deen. Hans hett woll versöcht, hör ut den Zirkel vun de Wedderständler tegen dat NS-Regime ruttohollen, aber Sophie gelung dat, sück de Grupp antosluuten. Entslooten to apenlich Kritik, bedeeligt se sück an de Herstellen un Vebreeden Floogblööd vun de studentisch Wedderstandsgrupp Weiße Rose.

De Liddmaaten vun de Weißen Rose hebbt hör Uproopen verschickt, hebbt de in Telefonzellen un in parkend Autos leggt un hebbt de to Verdeelen an Kommilitonen in anner Städer geven. In‘ Januar 1943 weer Scholl eerstmals an de Herstellung vun en Floogblatt bedeeligt. De ok in Köln, Stuttgart, Berlin un Wien verdeelt Floogschriften hebbt Upsehn erregt un hebbt to en intensiv Fahndung nah de Oorhevers führt. In‘ Februar hett de Geheime Staatspolizei (Gestapo) de Autoren vun de Floogblööd in Münchner Studentenkrinken annommen. Midden 1943 wurr dat sösste Floogblatt fardig stellt un mit den Uproop versandt, dat NS-Regime to störrten un en „neues geistiges Europa“ to errichten. Dör Helmuth James Graf von Moltke keem dat Floogblatt nah England. In‘ Harvst 1943 wurr dat dor nahdruckt, vun britischen Floogtüüch över Düütschland afsmeeten un dör den Senner BBC verbreedt.

An 18. Februar 1943 wurr Sophie Scholl bi en Floogblattaktion, bi de se tosammen mit hör Bröer Hans in de Münchner Universität zirka 1700 Floogblööd verdeel, vun den Huusmeester Jakob Schmid, en SA-Mann, tegen 11 Ühr opdeckt un an dat Rektorat övergeven. Nah mehrstünnig Verhör dör den Universitätssyndikus Ernst Haeffner un den Rektor vun de Universität, Perfesser Walther Wüst, wurrn beid vun de Gestapo fastnommen.

In de Münchner Gestapo-Zentraal in‘ Wittelsbacher Palais in de Brienner Straat wurr Sophie Scholl dör Kriminalobersekretär Robert Mohr van‘ 18. bit 20. Februar verhört. As sück ut dat Vernehmungsprotokoll[1] vun de Gestapo ergifft, hett se dorbi konsequent versöcht, hör Frünnen to schulen, indem se sück und Hans as de Hööftakteure dorstellen dee.

Veer Daag later, an‘ 22. Februar, wurr se in München vun den Volksgerichtshoff ünner Vörsitt vun de ut Berlin anreist Richter Roland Freisler wegen landesverräterischer Feindbegünstigung, Vorbereitung zum Hochverrat, Wehrkraftzersetzung to’n Dood veroordeelt.[2] Tegen 17 Uhr wurr se in dat Strafgefängnis München-Stadelheim ünner Upsicht vun den Leiter vun de Vollstreckungsafdeelen vun dat Münchner Landgericht Walter Roemer gemeensam mit Hans Scholl un den an‘ 20. Februar fastnommen Christoph Probst vun den Scharfrichter Johann Reichhart mit de Guillotine henricht.

De Grääver vun Hans Scholl, Sophie Scholl un Christoph Probst, 2007

De Grääver vun Sophie und Hans Scholl as ok Christoph Probst befinnen sück up den neben de Justizvollzugsanstalt Stadelheim liggend Karkhoff an’ Perlacher Forst (Graff Nr. 73-1-18/19).

Scholls Breef un Daagbook-Upteknungen spegeln dat Bild vun en jung Fru vun hooch Empfindsamkeit för de Schönheiten vun de Natuur un vun deep christlich Gloov weer. Dat folgend Zitat vun Jacques Maritain kummt in hör Breef mehrmals vör: Il faut avoir l'esprit dur et le cœur tendre („Man moot en harten Geist un en week Hart hemm“). Se hett sück intensiv mit de Harmonie vun de Seele beschäftigt: Ich merke, dass man mit dem Geiste (oder dem Verstand) wuchern kann, und dass die Seele dabei verhungern kann (Briefe und Aufzeichnungen, S. 245).

To’n 60. Doodsdag vun Sophie Scholl wurr de Breefwessel tüschen hör un hör Verlobten Fritz Hartnagel verapenlicht.

Würdigung[ännern | Bornkood ännern]

  • Männig Straaten in Düütschland kreegen den Geschwister-Scholl-Naamstosatz, besünner völ in de DDR


Mahnmal för de Weiße Rose vör de LMU München, 2005

Filme[ännern | Bornkood ännern]

De Levensgeschichte vun de Wedderstandskämperin wurr all mehrfak filmisch dorstellt.

Lena Stolze weer as Sophie Scholl 1982 in glieks twee Filme to sehn: in de filmischen Gesamtdorstellen Die weiße Rose ünner de Regie vun Michael Verhoeven as ok in Fünf letzte Tage ünner de Regie vun Percy Adlon.

2005 keem de Speelfilm Sophie Scholl – Die letzten Tage vun Marc Rothemund nah en Dreihbook vun Fred Breinersdorfer mit Julia Jentsch in de Titelrull herut. 2006 wurr Sophie Scholl – Die letzten Tage för en Oscar as best frömdspraakig Film nomineert.

Utstellungen[ännern | Bornkood ännern]

  • Münchner DenkStätte Weiße Rose (Duersam Utstellung in dat Hööftgebäude vun de LMU, München, Wannerutstellung is in mehreren Spraaken utlehnbar)
  • Ulmer DenkStätte Weiße Rose (Duersam Utstellung in dat Foyer vun de Ulmer Volkshoochschool, Wannerutstellung in düütsch Spraak utlehnbar)
  • Die Weiße Rose – Gesichter einer Freundschaft (Wannerutstellung vun de Kulturinitiative Freiburg)
  • De Figur vun Sophie Scholl is bi Madame Tussauds in Berlin utstellt.[3]

Warken[ännern | Bornkood ännern]

  • Hans Scholl und Sophie Scholl. Briefe und Aufzeichnungen. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 1989, ISBN 3-596-25681-X.
  • Damit wir uns nicht verlieren. Briefwechsel 1937–1943. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 2005, ISBN 3-10-000425-6 (tosommen mit Fritz Hartnagel)

Literatur[ännern | Bornkood ännern]

  • Detlef Bald (Hg.): „Wider die Kriegsmaschinerie“. Kriegserfahrungen und Motive des Widerstandes der „Weißen Rose“. Klartext Verlag, Essen 2005, ISBN 3-89861-488-3.
  • Barbara Beuys: Sophie Scholl - Biografie. Carl Hanser Verlag, München 2010, ISBN 978-3-446-23505-2
  • Fred Breinersdorfer: Sophie Scholl. Die letzten Tage. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 2005, ISBN 3-596-16609-8.
  • Lilo Fürst-Ramdohr: Freundschaften in der Weißen Rose. Verlag Geschichtswerkstatt Neuhausen, München 1995, ISBN 3-931231-00-3
  • Richard Hanser: Deutschland zuliebe. Leben und Sterben der Geschwister Scholl. Die Geschichte der Weißen Rose. Dtv, München 1994, ISBN 3-423-10040-0.
  • Barbara Leisner: „Ich würde es genauso wieder machen“. Sophie Scholl. List Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-548-60191-X.
  • Werner Milstein: Mut zum Widerstand. Sophie Scholl, ein Portrait. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2003, ISBN 3-7975-0056-4.
  • Christian Petry: Studenten aufs Schafott. Die weiße Rose und ihr Scheitern. Piper Verlag, München 1968. ASIN B0000BT063
  • Inge Scholl: Die Weiße Rose. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 1994, ISBN 3-596-11802-6.
  • Peter Selg: „Wir haben alle unsere Maßstäbe in uns selbst.“ Der geistige Weg von Hans und Sophie Scholl. Verlag des Goetheanums, Dornach 2006, ISBN 3-7235-1275-5.
  • Harald Steffahn: Die Weiße Rose. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek 2005, ISBN 3-499-50498-7.
  • Hermann Vinke: Fritz Hartnagel. Der Freund von Sophie Scholl. Arche Verlag, Hamburg 2005, ISBN 3-7160-2341-8.
  • Hermann Vinke: „Hoffentlich schreibst Du recht bald.“ Sophie Scholl und Fritz Hartnagel, eine Freundschaft 1937–1943. Maier Verlag, Ravensburg 2006, ISBN 3-473-35253-5.
  • Hermann Vinke: Das kurze Leben der Sophie Scholl. Ravensburger Verlag, Ravensburg 2005, ISBN 3-473-58011-2.
  • Kulturinitiative e.V. Freiburg: Die Weiße Rose – Gesichter einer Freundschaft (Broschüre 2004)
  • Frank McDonough (2009): Sophie Scholl: The Real Story Of The Woman Who Defied Hitler, Hardcover, The History Press, ISBN 978-0-7524-4675-2 (als Hardcover), ISBN 978-0-7524-5511-2 (as Taschenbook)

Weblenken[ännern | Bornkood ännern]

Commons-logo.svg Sophie Scholl. Mehr Biller, Videos oder Audiodateien to’t Thema gifft dat bi Wikimedia Commons.
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Footnoten[ännern | Bornkood ännern]

  1. georg-elser-arbeitskreis.de/texts/scholl-protokoll.htm
  2. georg-elser-arbeitskreis.de/texts/scholl-urteil.htm
  3. Sophie Scholls Wachsfigur bi Madam Tussauds in Berlin