Johann Rist

Vun Wikipedia
Wesseln na: Navigatschoon, Söök

Johann Rist (ok: Johannes Rist) (* 8. März 1607 in Ottensen (hüüd Stadtdeel vun Hamborg); † 31. August 1667 in Wedel (Holsteen)) weer en düütsch Dichter un evangeelsch-lutherischer Prediger.

Leven un Wark[ännern | Bornkood ännern]

Johann Rist um 1651
Johann-Rist-Denkmal in Wedel

Johann Rist weer de Söhn vun de ut Nördlingen stammen evangeelschen Pastor in Ottensen Caspar Rist un sien Ehefru Margarethe Ringemuth. Nah eersten Ünnerricht dör den Vader hett Rist dat Johanneum in Hamborg, later dat Gymnasium illustre in Bremen besöcht.

An de Universität Rinteln studeer Rist Theologie ünner annern bi Johannes Gisenius un Josua Stegmann. Um 1626 wessel he an de Universität Rostock. Nah dat Studium gung Rist nah Hamborg to sien Rostocker Kommilitonen Ernst Stapel. Mit de schreev un publizeer he Theaterstücke un is ok sülvst as Dorsteller uptreden.

1633 wurr Rist Huuslehrer bi den Landschriever Heinrich Sager in Heid. In dat glieker Johr hett he sück mit Elisabeth Stapel, de Süster vun sien fröh storven Früend Ernst un vun den Pinnebarger Amtsmann Franz Stapel verlobt. Mit Hülp vun den Letzteren wurr he in't Fröhjohr 1635 to'n Pastor in dat dormals däänsch Wedel an de Ünnerelv dicht bi Hamborg beropen. Kört nah den Amtsanträe hett Rist sien Verlobte heiraadt. Fiev Kinner harr dat Paar, vun de aber twee fröh storven sünd. De öllste Söhn weer Johann Ernst Rist (15. Mai 1637-22. Oktober 1696).

Bi den Infall vun de Sweden ünner General Lennart Torstensson in' Torstenssonkrieg verlor Rist dör Plünnern sien wertvull Bibliothek un in' Tweeten Nordischen Krieg 1658 noch eenmal all wat he harr. Buterdem muss he mit sien Familie nah Hamborg flüchten. Nahdem 1662 sien Frau Elisabeth storven weer, hett Rist twee Johr later Anna Hagedorn, borene Badenhop, de Wittfru vun sien 1660 storven Früend Johann Philipp Hagedorn heiraadt. Se is 1680 storven.

Af 1663 hett Rist in loos Folg söss Monatsgespräche herutgeven, Dialoge över jeweils en besünner Thema: Januar – de Enkt; Februar – dat Landleven, März – de Steen vun de Wiesen, April – de Maleree, Mai – Lees- un Schrievkunst, Juni – de Doodsbetrachtung. Nah Rist sien Dood wurrn de restlich söss Monatsgespräche dör Erasmus Finx ergänzt.

Johann Rist is an' 31. August 1667 mit 60 Johr in Wedel storven.

Bedüüden[ännern | Bornkood ännern]

Johann Rist gellt neben Paul Gerhardt as de bedüüdenst protestantisch geistlich Dichter vun dat 17. Johrhunnert. Vun sien Leeder sünd in dat Evangeelsch Gesangbook bit hüüd noch to finnen: dat Wiehnachtsleed Brich an, du schönes Morgenlicht (EG 33, ok in dat Wiehnachtsoratorium) vun Johann Sebastian Bach, dat Neejohrsleed Hilf, Herr Jesu, lass gelingen (EG 61), Strophen to Friedrich Spee sien Passionsleed O Traurigkeit, o Herzeleid (EG 80), Man lobt dich in der Stille (EG 323) un dat Abendleed Werde munter, mein Gemüte (EG 475). Dat in dat Evangeelsch Gesangbook nich mehr enthollen Leed O Ewigkeit, du Donnerwort deen J. S. Bach 1724 as Grundlaag vun sien Choralkantate (BWV 20).

As Hööftvertreder vun den noordwestdüütsche Fröhbarock is Rist in tallriek weltlich und geistig Gedichte för ethische un moralische Ideale intreden. Mehr as hunnert vun disse Gedichte wurrn vun sein Früend, den Kantor Michael Jakobi, vertont. Allerdings weern disse Leeder nich för de Apenlichkeit docht, sonnern blots för private Huusandachten. Rist hett nahwieslich tietlevens nie in sien Kark een vun sien eegen Leeder singen laaten. He wurr aber all to Leevtieden as Schriever berühmt.

Anner Texte wurrn vun Johann Schop, Andreas Hammerschmidt un Dietrich Buxtehude (O Gottes Stadt, o güldnes Licht, BuxWV 87) vertont. 2013 wurr de komplette Schauspeelmusik vun dat Friedewünschenden Teutschland vun Bell’arte Salzburg upnommen un as MP3-Dateien vun Irmgard Scheitler verapenlicht.[1]

Ok in en annern Beriek tüügen Schriften un Breefwassel vun sien politisch Engagement, so to’n Bispeel in’ Kuntakt mit Gerhard Schepeler, den Börgermeester vun Ossenbrügge.

Doröver herut hett he sück mit Mathematik, Botanik, Chemie, Heilkunde un Musik befaat. Spraak- un Dichtersellschoppen hebbt sück mit sien Liddmaatschap schmückt. De Pegnesischer Blumenorden kennt hüm siet 1645 ünner de Naam Daphnis aus Cimbrien un de Fruchtbringen Sellschopp siet 1647 ünner de Naam der Rüstige. 1660 hett Rist den Elbschwanenorden grünnd un stunn hüm bit to sien Dood ünner den Naam Palatin vör.

In dat Köthener Sellschopsbook vun de Fruchtbringen Sellschopp wurrd Johannes Rist ünner de Nr. 467 vertekent. As Emblem wurrd das heilige holtz der baum Guajacum genant, fremde Brasilianische landschaft, der gleichen häuslein und waßer darbey (Guajacum officinale L.) nömmt un sien Motto luut Worzu man sein bedarf. To’n Anlaat vun sien Upnahm in disse Sellschopp hett Rist dat nahfolgende Riemselgesett dicht:

Ist rüstig, hilft, geschwind, drum hat man mir gegeben
den nahmen Rüstig auch: Es ist mein freyer mut
Dahin gerichtet nur, ein recht Gotseligs leben
Zu lehren iederman, wie man auf seiner hut
Sol fleissig sein, und stets dem argen widerstreben
Das ists des man bedarf, wil man fruchtbringend sein
Und gehen, wan Gott ruft, Zum freudenleben ein.

Ehrungen[ännern | Bornkood ännern]

1653 wurr Rist vun Kaiser Ferdinand III. as Comes Palatinus Caesareus (kaiserlich Hoffpalzgraf) in den Adelsstand haben un kreeg to glieker Tiet den Ehrentitel Poeta laureatus. Dat an hüm verleeht Wappen wiest en Schwaan un en Lorbeerkranz. Sien Früend, Hartog Christian von Mecklenburg, hett hüm tosätzlich noch in dat glieker Johr den Titel vun en Karkenraat tospraaken.

Dat Johann-Rist-Gymnasium in Wedel, de Basketball-Vereen ut Wedel SC Rist Wedel un de Johann-Rist-Kehre in Quickborn-Heide wurrn nah hüm nömmt.

Warken (Utwahl)[ännern | Bornkood ännern]

  • Die alleredelste Belustigung. 1666
  • Die alleredelste Erfindung. 1667
  • Das alleredelste Leben. 1663
  • Das alleredelste Nass der gantzen Welt. 1663
  • Das Friedewünschende Teuschland. 1649
  • Sabbathische Seelenlust. Lüneburg 1651
  • Neue Musikalische Fest-Andachten. Lüneburg 1655
  • Neue Musikalische Katechismus-Andachten. Lüneburg 1656
  • Himmlische Lieder. 6 Bde., Lüneburg 1641-43
  • Neue Musikalische Kreutz- Trost- Lob und DankSchule. Lüneburg 1659
  • Holstein vergiß eß nicht! Hamburg 1648 (Digitalisat) (Beschrieven vun de Natuurkatastrooph in Holsteen)

Literatur[ännern | Bornkood ännern]

  • Thomas Diecks: Rist, Johann. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 21, Duncker & Humblot, Berlin 2003, ISBN 3-428-11202-4, S. 646 f.
  • Gerhard Dünnhaupt: Johann Rist. In: Personalbibliographien zu den Drucken des Barock. Band 5: Praetorius – Spee. 2. verbesserte und wesentlich vermehrte Auflage des bibliographischen Handbuches der Barockliteratur. Hiersemann, Stuttgart 1991, ISBN 3-7772-9133-1, S. 3374–3432 (Hiersemanns bibliographische Handbücher 9), (Wark- und Literaturverteken).
  • Hermann Amandus Fick: Johann Rist, der Pfarrer von Wedel. Buchhandlung des Ostdeutschen Jünglingsbundes, Berlin 1901.
  • Anna Marie Floerke: Johann Rist als Dramatiker. Winterberg, Rostock 1922 (Rostock, Univ., Diss., 1918).
  • Theodor Hansen: Johann Rist und seine Zeit. Aus den Quellen dargestellt. Buchhandlung des Waisenhauses, Halle 1872.
  • Otto Heins: Johann Rist als Dramatiker. Ein Beitrag zur Geschichte des volkstümlichen Dramas im siebzehnten Jahrhundert. Elwert, Marburg 1929.
  • Oskar Kern: Johann Rist als weltlicher Lyriker. Elwert, Marburg 1919 (Beiträge zur deutschen Literaturwissenschaft 15, ISSN 0174-8769), (Togliek: Marburg, Diss., 1908), (Nahdruck: Johnson, New York NY 1968).
  • Inge Mager: Johann Rists „Himmlesche Lieder“. Ihre Veröffentlichung und ihre Vorlagen. In Udo Sträter (Hrsg.): Orthodoxie und Poesie. 7. Wittenberger Symposium zur Erforschung der Lutherischen Orthodoxie (8. – 10. Dezember 2000). Evangelische Verlags-Anstalt, Leipzig 2004, ISBN 3-374-01997-8 (Leucorea-Studien zur Geschichte der Reformation und der Lutherischen Orthodoxie 3).
  • Eberhard Mannack: Opitz und seine kritischen Verehrer. In: Thomas Borgstedt, Walter Schmitz (Hrsg.): Martin Opitz (1597–1639). Nachahmungspoetik und Lebenswelt. Niemeyer, Tübingen 2002, ISBN 3-484-36563-3, S. 272–279 (Frühe Neuzeit 63).
  • Eberhard Mannack: Johann Rists „Perseus“ und das Drama des Barock. In: Daphnis 1, 1972, ISSN $1X, S. 141–149.
  • Adolf Lumpe: Rist, Johann. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 8, Bautz, Herzberg 1994, ISBN 3-88309-053-0, Sp. 388–394.
  • Johann Anselm Steiger (Hrsg): „Ewigkeit, Zeit ohne Zeit“. Gedenkschrift zum 400. Geburtstag des Dichters und Theologen Johann Rist. Freimund Verlag, Neuendettelsau 2007, ISBN 978-3-86540-028-4 (Testes et testimonia veritatis 4).
  • Stefanie Stockhorst: Dichtungsprogrammatik zwischen rhetorischer Konvention und autobiographischer Anekdote. Die funktionale Vielfalt barocker Paratexte im Zeichen der Reformpoetik am Beispiel Johann Rists. In: Frieder von Ammon, Herfried Vögel (Hrsg.): Die Pluralisierung des Paratextes in der Frühen Neuzeit. Theorie, Formen, Funktionen. Lit-Verlag, Berlin u. a. 2008, ISBN 978-3-8258-1605-6, S. 353–374 (Pluralisierung & Autorität 15).
  • Max von Waldberg: Rist, Johann. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 30, Duncker & Humblot, Leipzig 1890, S. 79–85.

Weblenken[ännern | Bornkood ännern]

Commons-logo.svg Johann Rist. Mehr Biller, Videos oder Audiodateien to’t Thema gifft dat bi Wikimedia Commons.

Enkeld Nahwiesen[ännern | Bornkood ännern]

  1. Kiek hör Publikatschoonsliste